Bauhaus-Universität Weimar

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Aus diesen Versuchen ergibt sich : 
1) Der Harnstoffpilz .braucht ausser anorganischen Sub¬ 
stanzen zu seiner Entwickelung auch organischer Sub¬ 
stanzen. Harnstoff und Seignettesalz sind tauglich zu 
diesem Zweck. 
2) Eine Vermehrung bloss eines dieser genannten Körper 
um das 10 fache seines Gewichtes verzögert den Eintritt 
der Claiming und vermindert die Intensität derselben. 
:>) Eine Vermehrung dieser beiden Substanzen verzögert 
den Eintritt der Gährung um 24 Stunden, dieselbe tritt 
jedoch dann sehr intensiv ein. 
ln den folgenden Versuchsreihen suchte ich zu ermitteln, 
durch welche anderen organischen Verbindungen diese beiden 
dein Pilz zur Ernährung nöthigen Körper eventuell ersetzt 
werden können. Die Substanzen, welche ich in Verwendung 
brachte, waren 1) Fettkörper, 2) aromatische Verbindungen, 
Î1) Kohlehydrate, 4) Pepton. 
Stets wurde dabei mit einer doppelten Reiht1 von Gon- 
Jrol versuchen gern beitet. 
1) Wurden 50 Gc, unserer Nährflüssigkeit in gewöhnlicher 
Weise mit Pilzkeimen inficirt; 
2) 50 Ge. derselben Flüssigkeit mit ausgekochtem und auf 
Zimmertemperatur gebrachtem Wasser geimpft; 
:R 50 Gc. unserer Nährlösung, die statt Harnstoff, Seignetfe- 
salz oder beider Körper V respective l/-> grm. der zu 
dem Versuche verwendeten organischen Substanz ent¬ 
hielt, mit Pilzkeimen inficirt. 
Ich war so in der Lage mich stets zu überzeugen, dass 
zufällige Infectionen durch die in der Luft enthaltenen Keime 
völlig ausgeschlossen waren. 
Anderseits gab die. in dem mit gewöhnlicher Nährlösung 
gefüllten Kölbchen ablaufende Gährung ein Vergleichsobjekt.' 
zu der Gährung, welche in dem mit anderen organischen 
Substanzen beschickten. Gulturapparat vor sich gieng. 
. Alle Versuche wurden bei :>0" G. zu Ende geführt.
        

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