Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Constitution des Chitins: Vorläufige Mittheilung
Person:
Sundwik, Ernst E.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16427/6/
Alh* «liese Reaktionen bilden also «1110 Chitin Essigsäure neben 
Butt.ersäure mul gewöhnlich auch. Ameisensäure. Ledder ho s«*, «1er 
das Auftreten von manchmal grossen Mengen anderer* F«*tfsfmr«*n nicht 
berücksichtigte, sali hierin eine Vereinigung von Essigsäure mit einem 
Kohlenhjdrat. \ielmehr scheinen mir all«* «liese Reaktionen und zwar 
diejenigen unter der Einwirkung von den am stärksten wirk»*ud«*n Ein¬ 
griffen, wie concentrirt«*r ChlorwasserstotTsäure, Schwefelsäure iunl schmél- 
y.end«*n Alkalien mehrere flüchtige Säuren zu liefern, am elmstcn den 
Schluss zu berechtigen, dass hiermit eher die Gleichar.tigki*it. des Chitins 
mit «len Kohlenhydraten bewiesen ist, als dass im Chitinmolekül diese 
Fettsäuren präfonnirt seien. Vor allen Dingen ist das im Chitin vor- 
kominende Kohlenhyilrat ein bis heut«* ganz besonderes. Daraus, ebenso¬ 
wenig wie aus dem Clykosumin, gelingt «*s, einen gfihrnnjgsfähig**n Zucker 
darzustellen; und in derselben Weise wi«* mau aus den-'vetsqhiedein 11 
Zuckerarten, je nach ihren inneren Constitutionen bald die eine,’bald 
die andere Säure in vorwiegender Menge beim Einwirken von Säuren 
bekommt, ist wahrscheinlich die Constitution des im Chitin sich befin¬ 
denden Kohlenhydrats eine solch«*, dass bei derselben Spaltung vorwi«*geml 
und in grösserer Menge Essigsäure gebildet wird. 
3. Chitin giebt lnit Salpeter-SchwofclsauTchydrat einen 
wohl cluirakterisirten Salpetorsäurc-Aethor, der heim Schlag 
nicht cxplodirl, wohl aber beim Erhitzen, getrocknet manch¬ 
mal unter 112° G. 
Pulveriges Chitin wird in eine Mischung gleicher Volumina 
Salpeter- und Schwefelsäure oder auch 2 Vol. jener uirdl Vol. dieser 
Säure eingcruhrt1). Nach 2 -.*{ Minuten wird d«*r g<*qu(dh*n<*, breiartig»* 
Chitinklumpen herausgenommen und in mit Wasser gefülltem Porzelläii- 
mörser mit dem Pistill unter Erneuerung «les sau«*r gewordenen Wassers 
lleissig durchgeknetet. Zuletzt h«*koinmt man die Mousse wiederum als 
weisses Pnlver, welches man dann mit Wasser, schwacher Sodabäsiing 
«ind wiederum mit Wasser längere Zeit, dann mit Alkohol und Aether 
reinigt. Der so erhaltene weisse Körper giebt alle lur Salpetersäure- 
Aether der Kohlenhydrate oder der mehrwerthigen Alkohole eigene 
Reaktionen und beim Veraschen keinen Rückstand. 
4. Ist das Chitin ein reines Aminderivat eines Kohlep- 
liydrats, so muss beim Spalten mit Säuren typisch die ganze 
Menge des Kohlenstoffs in Glykosamin, bezw. in Glykose 
übergehen. Nun ist beim Chitin dies wirklich sehr nahe 
nachgewiesen, lind es liefert unter sehr günstigen Verhält¬ 
nissen bis 9:i% des Kohlenstoffs an Clykose. 
’) Hierbei entsteht kein«* Casentwick«*huig und keine Färbung der 
farblosen Säuremischmig, auch kehie Essigsäur»*bildüng.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.