Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Natur der anisotropen Substanzen des quergestreiften Muskels und ihre räumliche Vertheilung im Muskelbündel
Person:
Schipiloff, Catherine A. Danilevsky
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16424/11/
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bündels, sowie auch ihre räumliche Vertheilung genügend 
heantwortet, denn es bleibt nichts übrig als amtunehmen, 
dass die die Mitte der Muskellacher einnehmenden, von den 
Ilistologen schon lange als stark doppelbrechend ange^ 
sproclienen Querscheiben, Myosinlager darstellen. Man könnte 
sie am besten als Myo si lisch ei heben des Faches oder 
des Kästchens bezeichnen. 
Allein wir haben in unseren Bestrebungen die Natur 
der anisotropen Substanzen des Muskels besser-zu erkennen, 
einen Schritt weiter gemacht und wir wollen auch diese 
nicht uninteressanten Beobachtungen hier niederlegen. 
Wird gut mit Wasser ausgewaschener Muskelbrei behufs 
der Myosinextraction mit ungenügender Salzsäuremenge oder 
mit Salmiak bearbeitet, so quellen sofort die Muskelstückchen 
auf, werden durchsichtig und bilden durch Verklebung ein 
zusammenhängendes Magma, über dem sich eine dickliche 
trübe Flüssigkeit ansammell. Bringt man die ganze Mischung 
auf ein Filter aus dickem Filtrirpapicr, so läuft (abgesehen 
von den ersten Paar Cubiccentimetern, welche man aufs- 
Filter zurückgiesst) eine schwach trübe, (salzsaure Lösung) 
oder stark opalescirende (Salmiaklösung) Flüssigkeit durch. 
Giesst man den grössten Theil des Filtrats aufs Filter zurück, 
so bemerkt man, dass die trübe Flüssigkeit, je öfter , sie die 
zusammengeklebte, gequollene Masse passiren muss, desto 
klarer und dünnflüssiger wird. Alle Lösungen;' aber ent¬ 
halten nichts als Myosin. Ja wenn man das zuerst erhaltene 
trübe Filtrat für sich durch sehr dichtes Filtrirpapicr viehnäl 
durchgelien lässt, so beobachtet man dieselbe Erscheinung. 
Man kann also sagen, dass ein Theil des Myosins aus den 
erwähnten Lösungen sich allmälig in den Poren des Papiers 
absetzt und sie verstopft. Dieses kann aber nur bei ei'ueni 
Körper, der sich nicht in wahrer Lösung, sondern in suspen- 
dirtem Zustande in der Flüssigkeit vorfmdet, der Fall Sein. 
Beachten wir ferner noch, dass je klarer und' dünnflüssiger 
die salzsaure Myosinlösung durch wiederholte Filtration 
geworden ist, desto schwächer die Doppelbrechung \vird, 
welche ihre Trockenflecken und Ausscheidungen erzeugt, so
        

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