Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Myosin, seine Darstellung, Eigenschaften, Umwandlung in Syntonin und Rückbildung aus demselben
Person:
Danilewsky, A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16408/19/
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Der Unterschied ist éclatant in der That, und wenn man 
berücksichtigt, dass Myosin im Stande ist, wenn auch in 
kleinerem Maasstabe, Platin ohne Chlor (wie dies im Albumin 
geschieht) festzuhalten (vielleicht an der Stelle des durch 
den Ueberschuss der Säure abgerissenen Calcium) und dass 
also ein Theil des fixirten Platins sich auf diese Weise im 
Molecül vorfindet, so wird es mehr als blos wahrscheinlich, 
dass die analysirte Verbindung des salzsauren Myosins mit 
Plalinchlorld das ganze Chlor und den grössten Theil des 
Platins im Zustande einer Amidoplatinchloridverbindung 
enthält. 
Es wird also höchst wahrscheinlich, dass Myosin (und 
auch alle seine säurebindenden Abkömmlinge) so zu sagen, 
offene Amidogruppen oder ihre Derivate im Molecül enthält, 
durch welche sie mit Mineralsäuren Verbindungen einzugehen 
vermögen. 
Schwerer und unsicherer geht es mit der Aufklärung 
der Verbindungsart des Calciums im Myosin, doch führe ich 
hier Alles das vor, was ich beobachtet habe. Wäre Calcium 
im Myosin durch Carboxylgruppen festgehalten, so müsste 
Syntonin ausgeprägt saure Eigenschaften zeigen, wie z. B. 
Casein, oder wie die von mir beschriebenen sauren Protalb- 
stoffe1), welche eben unter Abspaltung (unter anderem) von 
Calcium aus indifferentem Eieralbumin entstehen. Syntonin 
zeigt aber gar keine sauren Eigenschaften. Man muss also 
annehmen, dass das Calcium durch solche Atomgruppen fest¬ 
gehalten wird, welche nur ganz schwach saure Eigenschaften 
äussern können. Um ihre Natur annähernd zu bestimmen, 
müssen wir möglichst genau und in mannigfaltiger Hinsicht 
diejenigen Eigenschaften des Myosins und seiner Umwand- 
lungsprödukte kennen lernen, welche die Gegenwart von 
bekannten, oder wenn auch unbekannten, aber bestimmten 
Atomgruppen im Molecül angeben. So z. B. müssen die 
Millon’sche, die Biuret-und die Pettenkofer’sche Reaction, 
welche von ganz bestimmten, wenn auch der Constitution 
*) Moniteur k>c. cit., u. Journal d. russischen chemischen Gesell¬ 
schaft 1879, Nr. 3 und 4.
        

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