Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Herkunft des Hypoxanthins in den Organismen
Person:
Kossel, Albrecht
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16406/4/
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Präparat A. Menge des zersetzten Nucleins 14;346 gr.; unge¬ 
löster Theil 5,788 gr.; Fliissigkeitsmenge 865 Ccm. Davon 25 Ccm. mit 
Magnesiamischung gefällt gaben 0,0780 gr. Mg* P* 0* ; 815 Ccm. einge¬ 
dampft, mit Alkohol gefällt. Niederschlag 2,761 gr. (120* getr.V Alkohol¬ 
extrakt auf 100 Ccm. eingedampft. 
Davon 50 Ccm zur Trockene gebracht, bei 110* getrocknet, gaben 
1,804 gr. 
50 Ccm. mit NH* und Silbernitrat gefällt, Niederschlag aus Sal¬ 
petersäure umkrystallisirt gab 0,4020 gr. Hypoxanthin-Silbemitrat. 
Präparat B. Menge des zersetzten Nucleins 14,500 gr.; Unge¬ 
löster Theil 5,738 gr.; durch Alkohol gefällter Theil 2,4395 gr.; Alkohol¬ 
extrakt auf 155 Ccm. eingedampft ; davon 55 Ccm. gaben 0,6700 gr. 
Trockensubstanz. 100 Ccm. gaben 0,4150 gr. Hypoxanthin-Doppelsalz. 
Das aus dem Nucleïn des Gänseblutes erhaltene und 
zweimal aus Salpetersäure krystailisirte Hypoxanthin-Silber¬ 
nitrat lieferte bei der Analyse folgende Werthe: 
Gefunden Berechnet 
G 19,16 19,61 
H 1,75 1,31 
Ag 37,7 35,3. > 
Es geht aus diesen Zahlen hervor, dass der Körper 
noch eine Beimengung — vielleicht eine Xanthinsilberverbin¬ 
dung — enthielt, welche den Silbergehalt erhöhte. Eine Ver¬ 
unreinigung mit Guanin hätte den Silbergehalt erniedrigen 
müssen. 
Nach der Entfernung des Silbers mit Schwefelwasserstoff 
krystailisirte aus der fast völlig eingedampften Lösung das 
Salpetersäure Salz in knolligen Aggregaten, welche in Wasser 
und in Ammoniak vollkommen löslich waren. Ebenso verhielt 
* à. ■. 
sich das aus dem Eiter stammende Hypoxanthin. 
Eine Discussion der quantitativen Verhältnisse bei der 
Entstehung von Hypoxanthin aus Nucleïn ist noch nicht statt-- 
haft, da es nicht erwiesen ist, dass in den vorliegenden Ver¬ 
suchen die günstigsten Bedingungen für diese Reaktion getroffen 
sind. Jedenfalls verdient die Thatsache Beachtung, dass das 
Hypoxanthin nicht wie Leucin und Tyrosin durch einen tief 
eingreifenden Spaltungsprocess aus dem Nucleïn entsteht, 
sondern dass seine Abspaltung — ähnlich wie die der Phos¬ 
phorsäure — schon durch schwache Agentien bewirkt wird.
        

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