Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Lehre vom Pepton, III: Ueber das Schicksal des Peptons im Blute
Person:
Hofmeister, Franz
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16405/7/
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Versuch VI. Demselben Kaninchen werden 0,954 grau Pepton, 
in 30 Cc. Wasser gelöst, mittelst dreier Einstiche unter die Rückenhaut 
gebracht. Im Harn der nächsten 24 Stunden findet sich 0,672 grm. 
Pepton = 70,4 pCt. der eingebrachten Quantität. Biuretreactiön höchst 
intensiv. 
Wenngleich durch das Ergebnis der eben mitgetheilten 
Versuchsreihe ausser Zweifel gesetzt sein dürfte, dass beim 
Kaninchen mit Umgehung des Darms in Y Blut gelangendes 
Pepton zum grossen Theil unverändert durch die Nieren aus¬ 
geschieden wird, so habe ich es doch für wünschensWerth 
erachtet, mich durch eigene Versuche zu überzeugen, dass 
ein Gleiches auch für den Hund Giltigkeit hat Ich dachte 
dabei einerseits Aufklärung über die entgegengesetzten Angaben 
Schmidt-Mülheim’s zu erhalten, andererseits dem• nahe 
liegenden Einwurf die Spitze abzubrechen, Versuche an Kanin¬ 
chen, also Pflanzenfressern, hätten für die vorliegende Frage. 
— die Resorption von Eiweiss — nur untergeordnete Beweiskraft. 
Bei den nachstehend mitgetheilten Versuchen an Hunden 
habe ich das Pepton stets mittelst subcutaner Injection einge¬ 
bracht, weil mir die auf diesem Wege erhaltenen Resultate 
gegenüber den nach Injection in die Körpervenen zu Tage 
tretenden besonders deutlich gegen eine Umwandlung des 
Peptons durch das Blut zu sprechen schienen. Die injicirten 
Mengen wurden so niedrig gewählt (10—20 mal so klein als 
in den Versuchen Schmidt-Mülheim’s), als sich dies mit 
der Möglichkeit, die in den Harn übergehenden Quantitäten 
zu bestimmen, vertrug. • 
* " ■* 
Versuch VH. Ein 10,0 kgr. schwerer Hund erhält 0,657 grm. 
Pepton, in 22,5 Cc Wasser gelöst, durch zwei Einstiche unter die Röcken*, 
haut. Der Hund ist gewöhnt seinen Harn in ein vorgehaltenes Glas zu 
entleeren. Die unmittelbar vor der Einspritzung gelassene Portion erweist 
sich mit dem Polarimeter untersucht als optisch unwirksam. Der nach 
3 Stunden entleerte Harn giebt bei directer Prüfung aüf Pepton sehr 
deutliche Biuretreactiön und zeigt starke Unksdrehung. Aus derselben 
berechnet sich ein Gehalt von 0,2883 grm. Pepton. Die nach 6 Stunden 
entleerte Portion giebt gleichfalls deutliche Biuretpjrobe — der Pepton- 
gehalt ergiebt sich zu 0,1218 grm. Der 9 Stunden nach erfolgter Injection, 
entleerte Harn zeigt nur noch schwache Biuretfärbung und enthält 0,069 
grm. Pepton. Der am andern Morgen 20 Stunden nach der Injection
        

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