Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Lehre vom Pepton, III: Ueber das Schicksal des Peptons im Blute
Person:
Hofmeister, Franz
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16405/6/
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Einbringung desselben in die Blutbahn geschieht. Um nun 
in der Versuchsanordnung diesem Moment Rechnung zu tragen, 
habe ich in weiteren Versuchen das Pepton nicht direct, 
sondern auf einem Umwege, vom Unterhautzellgewebe aus, 
ins Blut treten lassen. Das durch subcutane Injection beige¬ 
brachte Pepton wird, wie sich durch unmittelbare Beobachtung 
der Einstichstelle verfolgen lässt, nur allmählich resorbirt, so 
dass dieselbe Quantität, die bei Injection in die Vene sich 
fast augenblicklich über den ganzen Organismus verbreitet, 
nur nach und nach im Verlauf von 2—3 Stunden vom Blute 
aufgenommen wird. Bei dieser Versuchsanordnung ist dem 
Blute vollauf die Möglichkeit geboten, die successive hinein¬ 
gelangenden kleinen Peptonmengen jener Umwandlung zuzu¬ 
führen, durch welche das Verdauungspepton nach der gewöhn¬ 
lichen Annahme seine hervorstechenden Eigenschaften einbüsst 
und die es vor der Ausscheidung durch die Nieren bewahrt. 
Wenn, wie nachstehend mitgetheilte Versuche lehren, selbst 
urçter diesen einer solchen Umwandlung günstigen Bedingungen 
das injicirte Pepton den Thierkörper zum grösseren Theile 
(zu zwei Drittheilen) unverändert verlässt, so kann der Schau¬ 
platz der angedeuteten »Umwandlung« nicht wohl in die 
Blutbahn verlegt werden. 
B. Versuche mit subcutaner Injection. 
Versuch III. Kaninchen von 1,75 kgr. erhält 0,318 grm.Pepton 
in 10 Cc. Wasser mittelst Einstichs unter die Rückenhaut. Im Harn der 
nächsten 24 Stunden finden sich 0,195 grm. Pepton, gleich 61,3 pCt. der 
eingebrachten Quantität. Bei qualitativer Untersuchung deutliche roth- 
violette Biuretreaction. 
Versuch IV. Demselben Kaninchen werden 0,445 grm. Pepton, 
in 14 Cc. Wasser gelöst, mittelst zweier Einstiche unter die Röckenhaut 
gebracht. Der Harn der ersten 14 Stunden enthält 0,251 grm., jener der 
weiteren 10 Stunden noch 0,041 grm. Pepton ; im Ganzen werden wieder¬ 
gefunden 0,292 grm. = 65,4 pCt Biuretreaction in den vereinigten Haro- 
portionen stark positiv. 
Veisuch V. Dasselbe Kaninchen erhält 0,636 grm. Pepton, in 
20 Cc. Wasser gelöst, durch zwei Einstiche unter die Rflckenhaut applicirt. 
Der Harn der ersten 16 Stunden enthält 0,3525, jener von weiteren 14 
Stunden noch 0,0987 grm. Pepton; im Ganzen werden wiedergefunden 
0,4512 grm. =» 70,9 pCt. der eingebrachten Menge, ßiuretprobe in den 
vereinigten Harnportiouen intensiv.
        

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