Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Lehre vom Pepton, III: Ueber das Schicksal des Peptons im Blute
Person:
Hofmeister, Franz
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16405/14/
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Die Blase enthielt nur einige Cubiccentimeter eines etwas eiweiss¬ 
haltigen aber peptonfreien Harns. 
Bei der Entnahme der Blutproben verfuhr ich so, dass das Blut aus 
der Arterie direct in ein gewogenes Gläschen aufgefangen, rasch gewogen 
und, um postmortalen Veränderungen möglichst vorzubeugen, sofort in 
kochendes Wasser gebracht wurde. Ebenso wurden die Nieren, nach dem 
Herausnehmen gleich gewogen, mH derScheere in grobe Stücke geschnitten 
und in siedendes Wasser geworfen. Behufs weiterer Verarbeitung wurden 
die Blutcoagula, wie die Nierenstücke, möglichst verkleinert, zuletzt in 
der Beibschale zu einem Brei verrieben und dann wieder in die Flüssige 
keit, aus der sie stammten, zurückgebracht. Durch Kochen mit Eisen, 
chlorid und essigsaurem Natron nach vorgängiger Neutralisation1) wurde 
nun das noch in Lösung befindliche Eiweiss gefällt, die Flüssigkeit sammt 
dem Niederschlag in einem Maasscylinder auf ein bestimmtes Volum gebracht 
und darin 12 Stunden stehen gelassen. Hierauf wurde filtrirt, vom Filtrat 
ein aliquoter Theil abgemessen, auf dem Wasserbad auf ein geringes 
Volum gebracht, und der Peptongehalt colorimetrisch bestimmt. Die 
Ausführung der Bestimmungen geschah in dèr beschriebenen Weise, nur 
waren die zur Untersuchung gelangenden Flüssigkeiten meist wenig 
gefärbt, weshalb denn auch der Zusatz alkalischer, gelber Farbstoff- 
lösungen nur in beschränktem Masse zur Verwendung kam. 
Dabei ergab sich, dass von den Blutproben blos jene, welche 
unmittelbar nach Schluss der Einspritzung entnommen worden war, 
Pepton enthielt, u. z. in 14,72 grm. Blut 0,0033 grm. Pepton, somit 
0,0225 pCt.* *) Obgleich die eine viertel und eine halbe Stunde später 
abgelassenen Blutproben peptonfrei waren, zeigten die Nieren einen 
erheblichen Peptongehalt. Sie enthielten bei einem Gewicht von 50 grm. 
0,064 grm. Pepton oder 1,28 pM. des Nierengewichts, d. i. ungefähr 
6 pCt. der injicirten Menge. 
Versuch XI. Einem 10,5 kgr. schweren Hunde, welcher seit 
24 Stunden kein Futter erhalten hat, wird um 3 Uhr 30 Min. etwas Blut 
*) Diese Zeitschrift 4« 271. Zusatz von Bleizuckerlösung erwies 
sieh als unnöthig. 
•) Nimmt man die Blutmenge des Versuchsthieres zu 7 pCt. des 
Körpergewichts = 483 grm. an, so würde die Zufuhr von 1,07 grm 
Pepton einen Procentgehalt des Blutes von 0,22 bedingen. Allein das 
Pepton bleibt nicht im Blute, sondern geht rasch in die XJewebe über. 
Die Verdünnung, die es dabei erfahrt, ist abhängig von 4er im Körper 
vorhandenen Wassermasse. Nimmt man diese zu runa 65 pGt. des 
. Körpergewichtes an, so würden im vorliegenden Versuche die injicirten 
1,07 grm. eine Verdünnung auf 4485 grm. erfahren haben, was einem 
Peptongehalt der sftmmtlichen Körperflüssigkeiten von 0,0239 pCt. 
(gef. 0,0225) entspräche. Eine solche gleichmässige Verlheilung kann 
natürlich nur unmittelbar nach der Injection bestehen.
        

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