Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Bedeutung der anorganischen Salze für die Ernährung des Thieres
Person:
Lunin, N.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16398/9/
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Die bisherigen Versuche waren so angestellt, dass die 
Schwefelsäure nur mit einem Aequivalent Natrium neutralist 
wurde. Durch die folgenden Versuche sollte daher entschieden 
werden, wie die Thiere sich verhalten würden, wenn man 
der Nahrung mehr kohlensaures Natron zusetzt. Bei dieser 
Versuchsreihe wurde doppelt so viel kohlensaures Natron zur 
Nahrung hinzugefügt als in den Versuchen auf Seite 5 und 
es ergaben sich folgende Zahlen : 
Mit kohlensaurem Natron 11, 12, 13, 15, 18, 21 und 
mit Chlornatrium 6, 11, 5, 15, 15. 
Dass diese Thiere schneller starben, als die in der 
Versuchsreihe auf Seite 5, mag wohl daraus sich erklären, 
dass das Natronsalz durch Massen Wirkung die anderen Salze 
aus dem Gewebe verdrängt hatte. Steigerte man die zuge¬ 
setzte Menge des Natronsalzes noch mehr, so gingen die 
Thiere noch rascher zu Grunde. 
Es scheint mir, dass die mitgetheilten Versuche auch 
auf die Frage nach der Entstehung des Harnstoffes aus dem 
kohlensauren Ammon einiges Licht werfen. Wird kohlen¬ 
saures Ammon in den Organismus der Säugethiere eingeführt, 
so wird es in Harnstoff umgewandelt. Daraus folgt aber 
noch nicht, dass auch unter normalen Verhältnissen das 
kohlensaure Ammon die Vorstufe des Harnstoffs sei. Wäre 
dieses der Fall, würden die Albuminate im Thierkörper in 
derselben Weise zersetzt, wie ausserhalb des Organismus bei 
der Verwesung, so dass die Hauptmasse des Stickstoffs aus 
dem Zersetzungsprozesse in Form von Ammoniak hervor¬ 
ginge und erst nachträglich in Harnstoff umgewandelt würde, 
so müsste für die Sättigung der Schwefelsäure stets* ein ge¬ 
nügendes Material im Organismus vorhanden sein und es 
wäre nicht zu verstehen, wie in den Obigen Versuchen die 
kohlensauren Alkalien zur Verlängerung des Lebens haben 
beitragen können. Die obigen Versuche scheinen dafür zu 
sprechen, dass entweder der Harnstoff als .neutrale Verbindung 
aus dem Eiweissmolekül abgespalten wird, oder dass die 
Bildung des kohlensaurem Ammon und der Schwefelsäure 
nicht an demselben Orte im Organismus vor sich geht.
        

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