Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Bedeutung der anorganischen Salze für die Ernährung des Thieres
Person:
Lunin, N.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16398/3/
da 
Schwefel zum grössten Theil in Schwefelsäure über. Unter 
normalen Verhältnissen wird die Schwefelsäure àn die basi¬ 
schen Salze (kohlensaures, pflanzensaures, basisch phosphor¬ 
saures Alkali, Alkalialbuminat), welche jede Nahrung enthält, 
gebunden. Sind aber, wie in den Forster’schen Versuchen, 
diese basischen Salze der Nahrung ausgelaugt, so müssen 
wir a priori erwarten, dass die Schwefelsäure In dem Masse, 
als sie sich bildet, dem Gewebe des Organismus die basischen 
Bestandteile entzieht. Diese Veränderung der normalen 
Zusammensetzung der Gewebe müsste als; wahrscheinlichste 
Ursache des raschen Zugrundegehens der Forster’schen Ver¬ 
suchstiere erscheinen. 
Die Richtigkeit dieser aphoristischen Erklärung auf expe¬ 
rimentellem Wege zu prüfen, wurde mir von Dr. G. Bunge 
proponirt. 
Als Versuchsthier wählte ich die Maus. Bei Versuchen, 
an Mäusen hat man den Vorteil zu gleicher Zeit an vielen 
experimentiren zu können, da bei ihrer Kleinheit die Beschaf¬ 
fung des nöthigen Futterquantums keine Schwierigkeiten 
verursacht. Benutzt wurden natürlich nur ganz ausgewachsene 
Mäuse. Sie wurden einzeln in aus stark verzinntem Draht 
gefertigten Käfigen, gehalten, die einen Boden aus matt ge¬ 
schliffenem Glas hatten, von dem man sie zur Reinigung 
leicht abheben konnte. Zugleich waren die Thören so an¬ 
gebracht, dass es jedesmal ohne Schwierigkeiten gelang, die 
Mäuse aus einem Käfig in den anderen hinüberzulassen. 
Das Futter, das aus coagulirter und dann gut ausge¬ 
waschener Milch und Rohrzucker bestand, wurde den Mäusen 
in kleinen Glasgefassen gereicht. Zum Trinken erhielten sie 
destillirtes Wasser. 
Das Futter wurde auf folgende Weise dargestellt: 
Die Milch wird auf das anderthalb bis zweifache ihres 
Volumens mit Wasser verdünnt und dann so viel Essig¬ 
säure hinzugefügt, bis man eine deutlich saure Reaction 
bekommt. Die Milch gerinnt dann ganz feinflockig. Der 
Niederschlag wird anfangs zweimal mit essigsäurehaltigetil 
Wasser, dann etwa zwölf- bis fünfzehnmal mit destil- 
Zeitechrift f. phyniol. Chemie V. 3
        

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