Bauhaus-Universität Weimar

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Der dritte Theit wurde mit Wasser verdünnt und mit 
einer Lösung von salpetersaurem Quecksilberoxyd in der für 
Harnstoffbestimmungen gebräuchlichen Weise titrirt; dabei 
entstand ein reichlicher, weisser, flockiger Niederschlag. Dieser 
wurde abfiltrirt, ausgewaschen, mit SHa zersetzt und ßltrirt, 
das Filtrat bis zur syrupösen Consistenz eingedampft und 
längere Zeit stehen gelassen. Es4 erfolgte keine Krystallisation ; 
die Masse wurde nun mit Alkohol gewaschen, welcher einen 
Theil derselben aufnahm; jetzt schieden sich in der von 
Neuem in Wasser gelösten syrupösen Flüssigkeit Krystalle 
ab, die ihrem Aussehen nach dem salpetersauren Harnstoff 
ähnlich waren; den grössten Theil dieser syrupösen Masse 
gelang es nicht zur Krystallisation zu bringen. 
Aus dem Erwähnten kann man mit aller Sicherheit den 
Schluss ziehen ; dass die Muskeln einen Harnstoff oder einen 
ähnlich constituirten Körper (Guanidin?) enthalten; wenn cs 
ein Harnstoff ist, so kann er nicht substituirt sein, da er 
heim Kochen mit Baryt einfaches Ammoniak liefert. Sicher 
können die Eigenschaften dieses Körpers nur dann festgestellt 
werden, wenn es gelingt ihn in grösserer Menge rein dar¬ 
zustellen. .. 
Schliesslich möchte ich noch hervorheben, dass wenn 
quantitative Bestimmungen von Harnstoff in den Muskeln 
auszuführen sind, sie nur dann eine Beweiskraft besitzen 
können, wenn die Muskeln vor der Ausfüllung des Harnstoffs 
in der oben beschriebenen Weise behandelt werden, uhd 
insbesondere für die vollständige Entfernung des Kreatins 
Sorge getragen wird. 
Zum Schluss benutze ich die Gelegenheit, Herrn Prof. 
lloppc-Seylcr und Herrn Dr. Her ter für ihre äusserst 
freundliche Unterstützung bei meinen Arbeiten meinen besten 
Dank auszusprechen.
        

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