Bauhaus-Universität Weimar

Ueber die Säurebildung und den Milchsäuregehalt der Muskeln. 
Von Dr. Astaschewsky ans Kasan. 
(Aus «lern phyniologiacb-chemiacbcn Institut zu Htransburg). 
(Der Redaktion übergeben am 7. August 1880). 
Du Bois-Reymond1)hat bekanntlich gezeigt, dass die 
ganz frischen lebendigen Muskeln violettes Lakmuspapier gar 
nicht verändern. Aber wenn der Muskel seine Leistungs¬ 
fähigkeit eingebösst hat und todtenstarr geworden ist, dann 
reagirt er sofort sauer. Er ist sogar reich an Saure, denn 
die Flüssigkeit, welche jetzt aus dem Querschnitt sickert, färbt 
das blaue Lakmuspapier fast zwiebelroth. 
Daraus ist nach Du Bois-Reymond ersichtlich, «dass 
in den Muskeln um die Zeit des Erstarrens Säure in ansehn¬ 
licher Menge frei wird.»2) 
Aber ausser der postmortalen Säurebildung sqll sich 
auch intra vit am, zufolge heftiger und anhaltender Muskel- 
contraktionen, ebenfalls Säure bilden. ' Wenn durch Heizung 
eines n. ischiadicus der betreffende Gastropnemius des Frosches 
iri Contraction gebracht wird, so findet man denselben oft, 
wenigstens stellenweise, entschieden sauer.8) 
Am Besten gelingen diese Versuche an Kaninchen. • 
«Zerschneidet man einem Kaninchen den Ischiadnerven 
der einen Seite, vergiftet dasselbe mit Strychnin und schneidet 
unmittelbar nach oder besser noch während dem letzten 
Krampfanfalle die Wadenmuskeln beider Seiten aus, so findet 
manjlie ruhenden neutral, die tetanisirten aufs entschiedenste 
sauer.»4) 
’) Monatsber. d. kgl. Preuss. Akad. d. Wissensch., 1860,-S. Ä>7. 
*) Ibid., S. 298. 
*) Ibid , S. 314. : 
A) Ibid., S. 317. . • 
Zeitschrift, f. physiol. Chemie, IV, -.i , a* * 
l
        

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