Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Weitere Beiträge zur Kenntniss der aromatischen Substanzen des Thierkörpers
Person:
Baumann, E.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16377/5/
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Schluss zu bekommen, habe ich voA Neuem eine grössere 
Quantität menschlichen Harns zur Gewinnung der Oxysüuren 
(im Ganzen ca. 240 Liter) in der früher beschriebenen Weise 
verarbeitet. Des besseren Verständnisses halber gebe ich 
das benützte Verfuhren noch einmal kurz an. Je ca. 30 
Liter Harn wurden zum dünnen Syrup verdunstet, und nach 
dem Ansäuern mit Essigsäure, mit Aether wiederholt extra- 
liirt; zur Trennung der Emulsion, die sich hierbei häutig 
bildet, muss wiederholt Alkohol zugesetzt werden. Die Aether- 
auszüge werden abdestillirt, zur Vertreibung der Essigsäure 
auf dem Wasserbade einige Zeit lang erwärmt, in Wasser' 
gelöst, liltrirt und mit reinem Aether wieder extrahirt. Beim 
Abdestillircn dieser 2. Aetherauszüge hinterbleibt ein braunes 
Oel; dieses wird wiederholt mit wenig Wasser juisgezogen; 
die wässerigen Auszüge wurden mit überschüssigem Blei¬ 
acetat gefällt, liltrirt und mit basischem Bleiacetat versetzt. 
Dieser 2. Niederschlag enthält die Bleiverbindungen der aro¬ 
matischen Oxvsäuren; derselbe wird mit Schwefelwasserstoff 
* 
zerlegt; der vom Schwefelblei abliltrirten Lösung werden die 
Oxysäuren durch Schütteln mit Aether entzogen und liinter- 
bleiben nach dem Verdunsten des Aethers als bräunlich 
gefärbter Syrup, der bald krystallinisch erstarrt. Aus den 
verarbeiteten 240 Litern Harn wurden circa 4 gr. der un- 
reinen Säuren gewonnen. Zur weiteren Reinigung und 
Trennung der Säuren wurde die zwischen Papier gut abge* 
piessle Masse aus wenig Wasser umkrystallisirt; die abge¬ 
saugten und getrockneten Krystalle erwiesen sich nach ein¬ 
maligem Umkrystallisiren aus heissem Benzol als reine 
Paroxyphenylessigsäure, Schmelzpunkt 148°. Die von den 
Krystallen abgesaugte Lauge wurde zur Krystallisalion über 
Schwefelsäure gestellt ; die ‘ völlig erstarrte Masse wurde in 
einem Kolben mit ca. 50 Cc. reinem Benzol ausgekocht, in 
welchem nur ein Theil gelöst wurde; die beim Erkalten der 
Benzollösung ausgeschiedenen farblosen Krystalle begannen 
bei 124° zu schmelzen und waren bei 128" völlig geschmolzen. 
Ihre Analyse gab Wer the die nahe mit den von Hydropara- 
cumarsüuie verlangten übereinstimmten;
        

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