Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Lehre vom Pepton: II. Ueber das Pepton des Eiters
Person:
Hofmeister, Franz
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16371/14/
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fache-jenen der umgebenden Lösung übe rst eigen 
kann. Es ist das eine Erscheinung, die in der ungleichen, 
Vertheilung der Salzbestandtheile im Blutserum und den 
Blutscheiben, in den ErnährungsVerhältnissen kleinster pflanz¬ 
licher Organismen, wie in zahlreichen anderen vitalen Vor¬ 
gängen eine Analogie findet. 
Die sich hier anschliessende Frage, ob den farblosen 
Blutzellen nicht die Fähigkeit zukommt, ihnen dargebotenes 
Pepton aufzunehmen und in sich zu concentriren, glaube ich 
schon jetzt in bejahendem Sinne beantworten zu können, be¬ 
halte jedoch die Wiedergabe der einschlägigen, sowie weiterer 
sich anschliessender Versuche, die sich auf die physiologische 
Bedeutung der farblosen Blutzellen beziehen, einer späteren 
Mittheilung vor. 
Nur Betreffs des Auftretens von Pepton im Harn sei 
noch einigen Bemerkungen Raum gegeben. Aus dem Mit- 
getheilten geht hervor, dass ein Eiterherd nur dann an 
Blut und Harn beträchtlichere Mengen Pepton abgeben kann, 
wenn darin Eiterzellen in grösserer Anzahl zu Grunde gehen. 
Peptonurie ist sonach ein Symptom des Zerfalls 
v o n E i t e r z e 11 e n Es darf daher nicht Wunder nehmen, 
wenn trotz des Bestandes eines Eiterherdes sich in einem 
oder dem andern Falle kein Pepton im Harne fände, während 
andererseits das besonders reichliche Auftreten desselben im 
Resorptionsstadium der Pneumonie, sowie beim Bestehen 
einer der steten Zersetzung ausgesetzten Eitersammlung wie 
bei Bronchoblennorhoe, oder zu Cavernenbildung gediehener 
Phthise in den mittgetheilten Beobachtungen eine einfache 
Erklärung findet. 
Zeitschrift f. physiol. Chemie, IV.
        

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