Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Lehre vom Pepton: II. Ueber das Pepton des Eiters
Person:
Hofmeister, Franz
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16371/13/
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Auf 100 Gc. aufgefüllt und auf das Filter gehracht, liefert sie eine klare 
Flüssigkeit von der 50 f!c. zur Peptonhestinimung verwendet werden. 
Dieselben werden nach dein Ausfallen auf 70 de. aufgefüllt, vom Filtrat 
57 de. auf 15 de. eingeengt. Beobachtete Linksdrehung im 100 mm. 
langen Bohre 18,0', auf die ursprungliehe doncentration der vom Filter 
gewonnenen Masse berechnet: — 14,0' oder mit Einrechnung der vor¬ 
hergegangenen vierfachen Verdünnung — 50,0', entsprechend einem 
Peptongehalt von 1,56 a/o. 
Vor der Einwirkung der Natronlauge hatte die auf dem 
Filter befindliche Flüssigkeit ein Filtrat ergeben, das 0,333°/» 
Pepton enthielt, die nur 5 Minuten dauernde Einwirkung stark 
alkalischer Reaction reichte sonach hin auch die früher 
zurückgehaltene Peptonmenge bis zum Betrag von 1,56% in’s 
Filtrat übertreten zu lassen. Man wird auch dieses Ergeb¬ 
nis kaum auf eine andere Ursache als auf die durch den 
Natronzusatz erfolgte Auflösung der geformten Elemente zu¬ 
rückführen dürfen. 
Wenn man bedenkt, dass der dem Leben der Zellen 
abträgliche Einfluss der längeren Versuchsdauer und der Ver¬ 
dünnung mit Salzlösungen auch in den erst mitgetheilten 
Filtrationsversuchen zur Geltung kommen konnte und dass 
schon das Entleeren des Eiters und die dabei erfolgende Ab¬ 
kühlung dein unveränderten Fortbestände der Zellenfunk¬ 
tionen nicht förderlich sein* kann, so kann man sich nicht 
der Ueberzeugung verschliessen, dass der in den erwähnten 
Versuchen zum Ausdruck gelangte Unterschied im Pepton- 
gohalt von Zellen und Serum im lebenden Eiter eine noch 
bedeutendere Grösse darstellt, ja man muss sogar die Mög¬ 
lichkeit ins Auge fassen, dass darin das Pepton ausschliess¬ 
lich den zelligen Elementen angehört. Die beiden ersten Ver¬ 
suche mit seröseitrigen Flüssigkeiten, bei denen der in Rede 
stehende Unterschied ein so augenfälliger war, wie in keinem 
der späteren* scheinen für diese Auffassung zu sprechen. 
Jedenfalls lehren die mitgetheilten Versuche, dass die leben¬ 
den Eiterzellen — somit auch die farblosen 
Blutzell en _ das Ver mögen besitzen, das Pepton 
chemisch oder mechanisch festzuhalten, so dass 
ihr Gehalt daran sehr erheblich — b is ums Sieben"
        

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