Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Ausscheidung der Hippursäure und Benzoesäure während des Fiebers
Person:
Weyl, Th. B. von Anrep
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16359/4/
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Genauere Angaben über die Mengen des in jedem Falle 
injicirten Eiters können wir nicht machen. Wir benutzten 
allerdings zu allen Injectionen dieselbe Spritze. Sie fasste 
1 Gc. Flüssigkeit. Aber die Menge des dem Eiter zugesetzten 
Wassers war je nach der Concentration des Eiters ver¬ 
schieden. 
Wir injicirten meist unter die Rüekenhaut. Das Fieber 
begann 1 — 2 Tage nach der ersten Injection. In einigen 
Fällen sahen wir im weiteren Verlauf des Fiebers profuse 
Diarrhöen auftreten. 
Thiere mit diesen Symptomen haben wir für unsere 
Versuche nicht benutzt. Die Messung geschah stets mit dem¬ 
selben Thermometer, welches stets bis zur gleichen Marke 
in das Rectum eingeführt wurde. 
Die Methode, nach welcher wir die Bestimmung 
von Benzoesäure und Ilippursüiire ausführten, war 
im Grossen und Ganzen die von Jaarsveld und Stokvis1) 
benutzte. 
Der Ilarn wurde mit Soda alkalisch gemacht, bis zum 
Syrup auf dem Wasserbade abgedampft und nach dem 
Abkühlen mit Salzsäure bis zur deutlich sauren Reaction 
versetzt. Nach 24 Stunden wird die Masse mit Essigäther 
erschöpft. 
Der Essigälher, welcher die Benzoesäure und Ilippur- 
säure enthielt, wird in geheizter Stube verdunstet. War dies 
geschehen, so extrahirten wir den Rückstand mit frisch 
destillirtem Petroleumäther2) bis dieser nichts mehr auf¬ 
nahm. 
Der Petroleumäther wird in gleicher Weise wie der 
Essigäther verdunstet. 
‘I Arch. f. experim. Pathologie X, 271 (1879). Die grossen Mengen 
von absolutem Alkohol, welche die Methode von B ti n g e und Schmie- 
deberg verlangt, uberstieg die uns zu Gebote stehenden Mittel. 
a) Wendet man nicht frisch destillirten Petroleumäther an, so 
erhält inan leicht einen stark gefärbten Rückstand von unreiner Ben¬ 
zoesäure. — Wollten sich die ätherischen Schichten von den wässerigen 
nicht scharf trennen, so Hess sich dies durch Zusatz von Kochsalz wie 
es W. V. Schröder (Zeitschr. f. phys. Chemie III, 325) angibt, meist 
leicht erreichen.
        

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