Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Umwandlung der Stärke und des Glycogens durch diastatische Fermente
Person:
Musculus von Mering
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16353/3/
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ist; versetzt man — wie wir dies wiederholt ge than — eine 
Lösung von Dextrin, welche 90 procentigen Alkohol enthält, 
mit alkoholischer Kalilauge, so fallt Dextrin-Kali als Weisser 
flockiger Niederschlag nieder. Das Dextrin, welches Seegen 
von seinem Fermentzucker aut diese Art trennen wollte,-fiel 
demnach mit dem /uckerkuli nieder und blieb das verunreini¬ 
gende Element des Zuckers, von dem er ihn zu befreien suchte. 
Ferner macht Seegen die Angabe, dass in der todten 
starren Leber keine Zuckerart von grösserem Drehungs-; und 
geringerem Reductionsvermögen, sondern Traubenzucker ent¬ 
halten sei. Diese Behauptung ist nach unseren Versuchen 
eine irrtümliche. Wir haben zweimal in der todten Leber 
neben Dextrose eine Zuckerart erhalten, welche in ihrem 
Drehungs- und Reductionsvermögen mit Maltose übereinstimmt. 
Vielleicht untersuchte Seegen die Leber auf diese Zuckerart 
in einem zu weit vorgeschrittenen Stadium. — Alsdann'be¬ 
hauptet Seegen, dass das nach Abschluss der Fermentation 
zurückbleibende Dextrin keine reducirendo Eigenschaft besitze. 
Diese Behauptung steht in grellem Widerspruch mit den 
meisten der bestehenden Angaben. — Auf welche Art 
Seegen sein nicht reducirendes Dextrin dargeseUt, wäre von 
grossem Interesse zu erfahren, da er sich über diesen Punkt 
gar nicht ausgelassen hat. Es ist (‘ine ausgemachte That- 
sache, dass das nach Vergährung zurückbleibende Dextrin 
alkalische Kupferlösung reducirt. Wir können nur annehmen, 
dass Seegen mit zu kleinen Quantitäten Amylums seine 
Versuche angestellt hat und hierdurch getäuscht worden ist. 
Wir sind überzeugt, dass See g en, wenn er sich die Mühe 
geben will, etwa 10 gr. Amylum zu verkleistern, mit Speichel 
oder Diastas einige Zeit in Berührung zu lassen, aufzuköchcn 
um das diastatische Ferment zu zerstören und mit Hefe* hin¬ 
zustellen, er nach der Vergährung ein reducirendes Dextrin 
finden wird, welches durch Kochen in gährungsfähigen Zocker 
umgewandelt werden kann. ..r 
Seegen gibt ferner pg. 118 an, dass er seinen Fer¬ 
mentzucker mit verdünnten Säuren 20—30 Minuten gekocht 
habe, ohne dass Reduction und Ablenkung sich geändert
        

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