Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber das Vorkommen von Produkten der Darmfäulniss bei Neugeborenen
Person:
Senator, H.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16348/8/
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weiter vorschreitet, und es wird demnach von dem kürzeren 
oder längeren Verweilen des Inhaltes im Darm abhängen, 
ob die oben besprochenen Fäulnissprodukte auch im Harn 
auftreten oder nicht. 
Schliesslich möchte ich noch auf eine praktische Ver- 
werthung himveisen, welche die vorstehenden Untersuchungen 
vielleicht ein Mal würden finden können, ich meine in ge¬ 
richtsärztlicher Beziehung. Daraus nämlich, dass 
sich vor der Nahrungsaufnahme niemals Indigo im Harn 
nach weisen Hess, könnte in einem zweifelhaften Fall, wo die 
Frage, ob ein Neugeborener bereits Nahrung zu sich ge¬ 
nommen habe oder nicht, aufgeworfen würde, diese Frage 
bejaht werden, wenn sich in dem (bei der Leiche aus der 
Blase entnommenen) Urin Indigo fände, nicht aber umgekehrt 
verneint Werden bei Abwesenheit von Indigo, da dieses ja 
auch bei schon genährten Säuglingen kein beständiger Be¬ 
fund ist. Bei der grossen Tragweite, welche gerade die 
Beantwortung gerichtsärztlicher Fragen hat, möchte ich diese 
Andeutung vorläufig nur mit der grössten Zurückhaltung 
gemacht haben und ausdrücklich davor warnen, auf Grund 
derselben so folgenschwere Schlüsse zu ziehen, bevor nicht 
durch zahlreichere Untersuchungen das, was ich gefunden 
habe, als ausnahmslose Hegel erhärtet worden ist.
        

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