Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Principien der mechanischen Naturauffassung. Einleitung zur heutigen Physiologie, ein Cyclus von zehn Vorlesungen: V. Was wesentlich beim Austausch von Spannkraft und lebendiger Kraft geschieht
Person:
Czermak, Johann N.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16320/1/
y. 
Was wesentlich beim Anstausch von Spannkraft und 
lebendiger Kraft geschieht. 
Die Erfahrungen, welche wir bisher in dein Gebiete der grobme¬ 
chanischen Bewegungserscheinungen gemacht haben, haben uns zu 
einer Erweiterung des Begriffes der Triebkraft oder Energie geführt, 
indem sie uns nöthigten, die Triebkraft in Form von Spannkraft 
oder potentieller Energie von der Triebkraft in Form von 
lebendiger Kraft oder actuellcr Energie zu unterscheiden. 
Zugleich gelangten wir vermittelst dieser Begriffserweiterung zu einer 
neuen und präcisen Formulirung des Gesetzes von der Erhaltung der 
Kraft, welche lautete : dass immer und unter allen Umständen für das 
Quantum Spannkraft, welches verschwindet, ein äquivalentes Quantum 
lebendiger Kraft auftritt. dass somit die Summe dieser beiden Grössen, 
die totale Energie oder der gesummte Vorrath an Kraft, durch das 
ganze Universum sich stets gleich bleibt. 
Was geschieht denn aber im Wesen, werden Sie mit Recht fragen, 
bei all’ den mannigfachen Umwandlungen in der Erscheinungswelt, — 
was entspricht in Wirklichkeit der Spannkraft und der lebendigen 
Kraft, und was ist denn eigentlich da, was geht vor. wenn wir von 
einem Vorhandensein und von einem Umsatz der lebendigen Kraft in 
Spannkraft oder umgekehrt sprechen? In der That, alle diese Aus¬ 
drücke, sowie die Redensarten von »Mittheilung«, »Uebertragung«. »Auf¬ 
speicherung«, »Aufwand« von Kraftu. s. w., sie werden meist nur figür¬ 
lich und uneigentlich gebraucht und gehen entweder zu unrichtigen 
Vorstellungen Veranlassung, oder erwecken — wie Sie wohl an sich 
seihst erfahren haben werden — durchaus keine bestimmten und an¬ 
schaulichen Vorstellungen von den wirklichen Vorgängen und Verhält¬ 
nissen, welche den sinnlich so leicht wahrnehmbaren Erscheinungen 
zu Grunde liegen. Man nennt eben die Dinge gemeinhin nicht heim 
rechten Namen oder vielmehr, man hält den verschiedenen Sinn der
        

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