Bauhaus-Universität Weimar

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das Nuclein der Hefe nichts sei, als ein Eiweisskörper < mit 
«geringer Beimengung von phosphorsaurein Kalk und Mag¬ 
nesia. Bei dem beträchtlichen Gelullt der Hefe an Phos¬ 
phaten kann eine geringe Verunreinigung mit «Phosphor» 
«dessen Anwesenheit Hoppe-Seyler zur Annahme des 
«Nucleins in der Hefe bestimmt hatte, nicht überraschen.» 
lieber die chemische Natur des Nucleins liegen nur 
wenige Andeutungen vor. Miescher1) leitete aus dim Ana¬ 
lysen eines aus Lachssperma gewonnenen Präparates die 
Formel : ( la# IL# N# Pa O a 2 ah. 
Das Nuclein hat saure Eigenschaften und sättigt vier 
Aequivalente Baryum. 
Einer soeben publicirlen Notiz2) ist zu entnehmen, dass 
Lu bavin in dem Nuclein der Kuhmilch durch Kochen mit 
Wasser eine theilweise Abspaltung der Phosphorsäure be¬ 
wirkte. Bei der Spaltung des Nucleins soll ein Ei weisskörper 
entstehen, über dessen Natur und lNachweiss nichts 1 nitge¬ 
lheilt wird. 
II. Darstellung des Nucleins. 
Presshefe wird in Wasser zu einem Brei zei t heilt und 
nach mehreren Stunden die Flüssigkeit von dem Hefeschlamm 
abgegossen. Nachdem dies Verfahren 1 2 mal wiederholt 
ist, wird der Hefeschlamm in sehr verdünnte Natronlauge 
gebracht und sofort iiltrirt, das Filtrat tröpfelt in verdünnte 
Salzsäure. Der hier gebildete Niederschlag hat sich bald so 
weit gesenkt, dass die darüber stehende Flüssigkeit abgegos- 
. sen werden kann. Der Niederschlag wird auf ein Filter ge¬ 
bracht und anfangs mit verdünnter Salzsäure, später mit 
Alkohol sorgfältig ausgewaschen. Das Filter verstopft sich 
hierbei bald und muss öfter erneuert werden. Hierauf wird 
der Niederschlag mit absolutem Alkohol 2—3 mal ausge- 
kochf^h den Alkohol gehen meist Produkte von rothbrau- 
11er Farbe über (nur Präparat I gab an siedenden absoluten 
Alkohol keine löslichen Stoffe ab), zugleich nimmt der Al- 
') Verhandlungen «1er iiaterforschenden Gesellsch. in Basel. VI. 
Bd. 1878, S. H.6. ^ 
*1 Berichte d. deutsch, chein. Gose lisch. XII.-1021.
        

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