Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ein Beitrag zur Chemie der Stärke
Person:
Musculus, F. D. Gruber
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16246/7/
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aus dem Reduct ionsvermögen allein die Menge des aus Starke 
gebildeten Zuckers bestimmen will. 
Nun verglichen wir die Dextrine, welche nach der Rüh¬ 
rung bei beiden Processen übrig bliebet), und fanden , da>s 
dieselben durch ihr Rotulionsvermögen und Verhalten gegrir 
Diastas von einander verschieden waren. Das Dextrin, wei¬ 
ches durch Mal/, erhallen war, wurde durch 'dieses Ferment 
nicht mehr angegriffen, während das Dextrin, welches durch 
Kochen mit Saure bereitet war, durch Behandlung mil Dia- 
stas eine nicht unbedeutende Menge Zuckers lieferte. . 
Diese Angabe, welche der Kim* von uns bereits vor 
mehreren Jahren gemacht, hat eine Bestätigung durch Bon- 
don neun,1) welcher drei verschiedene Dextrine dargeslHlt, 
gefunden, befindet sich aber im Widerspruch mit den An¬ 
gaben 0. Sullivan's, welcher behauptet, dass hei geringer 
Einwirkung von Diastas oder verdünnter Schwefelsäure nur 
ein und dasselbe Dextrin mit einem specijischen Drehmrgs- 
vormögen von «J = + iW' entstünde. Dieses Dextrin, 
Welches mit der Stärke isomer sei, verwandele sich bei län¬ 
gerer Einwirkung in Maltose nach folgender-Bleichung: Uu 
ll ’o Mm + lläÖ - Mis lias On. Als Stütze für. seine An¬ 
nahme führt O. Sullivan einen Versuch an, bei-dein er 
aus Stärke durch Diastase eine Suhslanz erhallen. welche 
bä reducirt, d. h. als wenn sie ÜÔ "0 Traubenzucker ent¬ 
halten habe, und da er nun gefunden, dass das 'Reduc- 
tiousvermögen der Maltose Im—t»G0» beträgt * so -glaubte 
er, dass sämmtliehe Stärke (‘ine Umwandlung in .Maltose ef- 
laliren habe. Ehe wir beweisen, dass der Stärke keine so 
einfache Formel, wie O. Sullivan meint, zukommt, wollen 
wir liier anführen, dass der Eine von uns bereits vor Jo 
JahTen mit Malz aus Stärke ein durch Diastas unangreifbares 
Dextrin bekommen bat.. Diese Thal.suche bat auch späte}’ 
wiederholt ihre Bestätigung gefunden. nur sind die Audrlilei|i 
verschieden, in welcher Menge das Dextrin bei diesem Pro¬ 
cès»« auftrete. 
'l Huit. Soc. cliim. H7Ô.
        

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