Bauhaus-Universität Weimar

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sammonsotzung und unterscheidet sich durch dies Verhalten 
III sehr charakteristischer Weise von seinen Isomeren aus der 
I‘ara- und wahrscheinlich auch der Metareihe. 
Das zu meinen Ver>uchen benützte flüssige Nitrotoluo] 
war aus der Fabrik von Kahl bau m in Berlin bezogen und 
durch oft wiederholte fractionirte Destillation so weit gerei¬ 
nigt worden , 'dass es ausser Spuren der Paraverbindung, 
welche für die weitere Untersuchung ohne Bedeutung waren, 
keine nachweisbaren Beimengungen mehr enthielt. 
Das Orthonilroioluol erzeugt bei Thieren, welche noch 
nicht daran gewöhnt sind, Vergiftungserscheinungen, von denen 
bei einer anderen Gelegenheit die Bede sein soll. Sie be¬ 
stehen in einer ziemlich heftigen Einwirkung auf das Central¬ 
nervensystem, welche intensiver wie die entsprechende der 
l>amVerbindung, aber eben so schnell, in wenigen Stunden 
vorübergeht, wenn die Dosis nicht zu hoch gegriffen war. 
Hunde, die einigemal die Vergiftungsscene durehgcmachf, 
worden alsbald so tolerant gegen das Gift, dass sie späterhin 
tägliche oder einen Tag um den andern gereichte Gaben von 
“ f Uramin wochenlang ertrugen, ohne dass ihr Befinden 
im geringsten beeinträchtigt wurde; der Appetit blieb vor¬ 
trefflich und das Erbrechen, welches im Anfang gewöhnlich 
dot Einführung der Substanz in den Magen folgte, wieder¬ 
holte sich weiterhin nicht mehr. So war es möglich, einem 
Hunde im Laufe von 4 Wochen nahe an 100 Gramm beizu¬ 
bringen und für die Untersuchung der Umwandlungsproducte 
hinreichendes Material zu gewinnen. 
Der Urin der Thierc wurde stets ganz frisch auf dem 
WasAerbado eingodampft und mit Alkohol extralürt, der 
alkohol. Auszug verdunstet, mit verdünnter Schwefelsäure 
ungesäuert und wiederholt mit Aether geschüttelt. — Aus der 
-lark concentrirten Aetlierlösung krystallisirte die Ortbo¬ 
ni t robenzoosäure alsbald in schönen, farblosen, stern¬ 
förmig gruppirten Nadeln, welche durch Umkrystalisiren aus 
heissem Wasser rein erhalten wurden. Sie zeigte alle be¬ 
kannten Eigenschaften der Ortbönil rohen zoesäure, die Krystall- 
form, die Löslichkeitsverhältnissej den charakteristischen süs-
        

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