Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Resorption der Peptone, des Rohrzuckers und der Indigoschwefelsäure vom Darmkanal aus und ihren Nachweis im Blute der vena portae
Person:
Drosdoff, W.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16227/17/
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Im Urin fand /teil 0,r>2ft „. Der ganze Oarmkana) war mit In- 
digcarmin gefärbt. Narb Ablösen der Schleimhaut be¬ 
merkte man in den Venen keim* weitere Färbung. Die Milz 
und Leber sind nicht gefärbt. Aus den Nierenpapillen ent¬ 
leerte sich eine ziemliche Menge blauer Flüssigkeit. 
Da die weitere Verfolgung der Schicksale des liwlig- 
carinin im Organismus, seine Ablagerung in verschiedenen 
Organen und die Untersuchung der anatomischen Bahnen 
durch die Wände des Darmkanals und anderer (»ewebe, auf wel¬ 
chen der färbende Körper in s Blut gelangt, nicht in dasfîehict 
unserer Untersuchungen gehören, begnügen wir uns mit den 
. - 
angeführten Experimenten, woraus wir folgende Schlüsse zu 
ziehen uns berechtigt glauben. 
1 I) ludigearmin wird vom Blute der vena portae re- 
sorbirl. Die Quantität jles im Blute der Venu .portae ent¬ 
haltenen ludigearmin ist natürlich zu gleicher Zeit viel 
kleiner als im DarmkänalJ abei*. und das ist gewiss von In¬ 
teresse, auch viel kleiner äls im-Urin. 2) ludigearmin dringt 
vom Darmkaual aus wahrscheinlich in alle fîewehe ein, aber 
wirtl, da diese alkalisch reagiren, nicht festgetia.1 len; nach don 
Tode wird sich dies hei vielen ändern. 
Am Schlüsse dieser Untersuchungen möchte ich darauf 
hinweisen, wie sehr durch die geschilderten Befunde die Vor¬ 
aussetzung an Wahrscheinlichkeit gewinnt, dass alle leicht¬ 
löslichen und nicht sehr leicht veränderlichen Substanzen:-ohne. 
Weiteres durch die Epithelien des Darmtractus dem Darm¬ 
inhall onlnonm/en, an das Blut der Darmcapillaren ’über¬ 
gehen worden und somit alsbald zur Leber gelangen. Ent¬ 
sprich! diese Vermuthung auch den Annahmen, welche die 
Physiologen seit langer Zeit bereits bevorzugt haben, so er¬ 
hält dieselbe doch durch die gelieferten Nachweise die ersten 
experimentellen -Beweise bezüglich dreier chemisch sehr ver¬ 
schiedener Stoffe, von denen zwei sehr wichtige Nährstoffe 
sind.
        

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