Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mittheilungen aus dem physiologischen Privatlaboratorium in Prag
Person:
Czermak, Johann N.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16199/56/
Mittheilungen aus dem physiologischen Privatlaboratorium in Prag. 7 25 
mechanische. von der variablen Grösse der Pulse unabhängige Auslö¬ 
sung eines elektrischen Signals, welches an jedem der zu vergleichen¬ 
den Arterienquerschnitte sicher derselben1, Phase der Pulswelle 
entspricht. 
Bei der praktischen Anwendung dieser neuen Contactvorrichtung 
werden sich zwar ohne Zweifel wieder mancherlei Schwierigkeiten er¬ 
gehen. doch halte ich das Princip des Doppelhebels für so vielverspre¬ 
chend . dass es mir wohl der Mühe werth erscheint, die Versuche mit 
der elektrischen Methode fortzusetzen und dieselbe endlich doch irgend¬ 
wie für die Sphygmochronometrie zu retten. 
(1) Vorläufige Resultate. 
Meine bisherigen Untersuchungen über die Fortpflanzungsge¬ 
schwindigkeit der Pulswellen haben zwar zunächst ergeben, dass wir 
noch keine Methode zur Messung der Pulsverspätungsintervalle besitzen, 
welche allen Anforderungen e x a c t e r Forschung entspricht. Trotz der 
noch sehr mangelhaften Hilfsmittel ist es mir aber dennoch möglich 
gewesen, einige neue Thatsachen auf diesem Gebiete der Pulslehre 
aufzufinden, welche ich jenem negativen Ergebniss als positives Re¬ 
sultat entgegensetzen kann. 
I. Die Geschwindigkeit, mit welcher sich die Puls¬ 
welle vom Herzen aus durch das Arteriensystem fort- 
pflanzt. ist nicht innllen Abschnitten desselben gleich 
gross. 
Ich stelle diesen Satz auf. nicht blos als eine noth wendige Folge¬ 
rung der Wi:iiKü'scheu Theorie der Pulsbewegung, sondern auch als 
ein Ergebniss meiner directen Beobachtungen über Pulsverspätung. 
I. Weber sagt in seinem früher citirten Programm : » PA, qua 
propagatio undarum in aqua perficitur in attractions terrae i. e. in pondéré 
aquae posita est, sed ids. qua propagatio undarum in sanguine arteriarum 
peragitur, in elasticitate arteriarum quaerenda est. Quo magis arteriae 
extens io n i. qu a m a s a n gu in e imp also p a t iu n tu r, resist u n l 
i; Kur in dem Falle, dass die Gipfel der Pulswellenberge an einem der beiden 
zu vergleichenden Arterienquerschnitte sehr viel stumpfer oder gar geradlinig ab¬ 
gestutzt sein sollten , würde diese Vorrichtung dem Zwecke nicht völlig entspre¬ 
chen, und müsste noch eine Einrichtung getroffen werden , welche (im Falle, dass 
eben der Moment des Beginnes der Contraction nicht mit dem Moment des er¬ 
reichten Maximums der Expansion in einen und denselben Zeitpunkt zusammen 
fällt diese beiden Momente, zwischen welchen dann der gesuchte Zeitpunkt in 
der Mitte liegt, anzeigen könnte.
        

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