Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mittheilungen aus dem physiologischen Privatlaboratorium in Prag
Person:
Czermak, Johann N.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16199/45/
714 Mittheilungen aus dem physiologischen Privatlabonitorium in Prag. 
So z. B. 1. die scharfe Bestimmung jener Punkte in den Puls¬ 
curven, welche den Momenten der grössten Expansion der Arterien oder 
des Beginnes der Contraction entsprechen. Fehler in dieser Richtung 
— selbst wenn wir die Form der Pulscurven als vollkommen richtig 
voraussetzen — kann man um so leichter begehen, je rascher der 
berusste Papierstreifen am Schreibhebel vorübergeführt wird, je 
stumpfer und gestreckter somit die Pulsbilder ausfallen ; obschon die 
raschere Bewegung des Papierstreifs andererseits wieder von grossem 
Vortheil ist, weil hierdurch die den Zeiteinheiten entsprechenden Ab- 
scissenläugen bedeutend wachsen, und die Messung ihrer Bruchtheile 
an Genauigkeit gewinnt. 
Sind nun gar die Formen der zu vergleichenden Pulsbilder etwas 
und nicht genau in derselben Weise verzerrt , so ist die Gefahr, den 
Uebergangspunkt der Expansion (Systole) in die Contraction Diastole) 
zu verfehlen, fast nicht zu vermeiden. 
Dies gilt namentlich in Beziehung auf die Herzstosscurven im 
Vergleich mit den Pulscurven der Arterien, obschon auch diese letz¬ 
teren unter einander, namentlich bei sorgloser Handhabung der Spliyg- 
mograplien, Formverschiedenheiten zeigen können, welche schärfere 
Bestimmungen illusorisch machen. 
So 2. die Benützung des krummrandigen Ordinatenlineals, um die 
correspondirenden Punkte der Abscissenaxen zu finden. 
So 3. die exacte Messung der Abscissenlängen, da die auf dem 
berussten Papier geschriebenen Linien, wenn auch fein, doch eine 
messbare Breite besitzen. 
So 4. die Ungleichförmigkeiten im Gange der Uhrwerke — nicht 
hinsichtlich einer Geschwindigkeitsdifferenz zwischen den beiden Uhr¬ 
werken denn diese ist durch die über jeder Pulscurve gleichzeitig 
notirte Zeitcurve vollständig unschädlich gemacht , sondern die Un¬ 
gleichförmigkeiten im Gange des einzelnen Uhrwerks während des 
Ablaufs einer Secunde. 
Und so endlich noch eine Reihe anderer Schwierigkeiten und 
Uebelstände, welche mehr oder weniger ins Gewicht fallen, sich aber 
freilich, so wie die namhaft gemachten, durch Sorgfalt und Aufmerk¬ 
samkeit mehr oder weniger beseitigen lassen. — 
Kurz, die praktische Ausführung meiner Methode ist weiterer Ver¬ 
vollkommnungen eben so fähig, als — wie ich in Anbetracht der un¬ 
erwarteten Feinheit des Messungsobjectes ausdrücklich hervorheben 
muss — bedürftig. Nichtsdestoweniger wollen wir zum Schlüsse die 
aus den mitgetheilten Tabellen sich ergebenden Werthe der Verspä¬ 
tungsintervalle zusammenstellen und prüfen, weil sie denn doch inner-
        

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