Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mittheilungen aus dem physiologischen Privatlaboratorium in Prag
Person:
Czermak, Johann N.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16199/13/
6S2 Mitteilungen aus dem physiologischen Privatlaboratonum in Prag. 
welche die im automatischen Centralorgan ausgelöste Reizquantität 
repräsentirt. 
Durch Handhabung des Hahns H ist somit die Möglichkeit zur 
Nachahmung der Wirkungen der Reizung oder Lähmung der sogenann¬ 
ten excitirenden Nerven oder jener Vorgänge überhaupt gegeben, 
welche die Grösse der ins Spiel kommenden Reizquantität bedingen. 
Das höher oder tiefer Einstellen der an der Stativstange senkrecht 
verschiebbaren zweiarmigen Gabel, welche die Excursionen des Schiff¬ 
chens limitirt, bewirkt eine geringere oder bedeutendere Schiefstellung 
des Schiffchens vor und nach dem Umkippen und hierdurch eine Ver¬ 
minderung oder Vermehrung des Widerstandes, welchen das Schiffchen 
seinem durch das einseitige Einströmen des "Wassers bedingten Um¬ 
kippen und damit dem Abfiiessen des Wassers entgegensetzt. 
Durch die senkrechte Verschiebung der Gabel G ist somit die 
Möglichkeit zur Nachahmung der Einflüsse der Reizung und der Läh¬ 
mung der sogenannten Hemmungsnerven und ihrer Autogonisten ge¬ 
geben, welche nach der gangbaren Vorstellung keinen directen Ein¬ 
fluss haben auf die Erzeugung des Reizes in den automatischen Centren, 
wohl aber auf die Vermehrung oder Verminderung der supponirten 
Widerstände, die der Fortpflanzung der Erregung auf die Endapparate 
entgegen stehen, und hierdurch nur auf die jedesmal zur Abgleichung 
kommende oder wirksam werdende Reizquantität. 
Der graduirte Cylinder C endlich, in welchem der weite Trichter 
das durch das Schiffchen rhythmisch entleerte Wasser zusammenfliessen 
macht, erlaubt die, durch jede einzelne Bewegung und die. in der Zeit¬ 
einheit durch die rhythmische Thätigkeit des Apparates gelieferte 
Wassermenge genau zu bestimmen. Durch das Ablesen des Wasser¬ 
standes an der Graduirung des Cylinders wird die Arbeitsgrösse des 
Apparates in ganz analoger Weise gemessen, wie die Herzarbeit durch 
den Blutdruck, die Atlnnungsgrösse durch den Stand des Spirometers. 
Dieses Ablesen dient somit zur Ermittelung des Verhältnisses, in welchem 
die Frequenz und die Grösse der rhythmischen Bewegungen zu ihrem 
schliesslichen Nutzefl'ect stehen. — 
Ich will nun die speeielle Anwendung meines Schemas be¬ 
sprechen. 
a) Zur Nachahmung der Rogulirung der Athembewegungen. 
Bekanntlich werden die Verschiedenheiten der Athembewegungen 
in Rhythmus, Zahl und Tiefe etc. wesentlich durch die Thätigkeit des 
automatischen Respirations-Centrums in der Medulla oblongata und
        

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