Bauhaus-Universität Weimar

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Der Kehlkopfspiegel- 
vocales bedingt sind ,s. oben VIII, Abtli. physiolog. Beobachtungen . 
während des geschwollenen Zustandes der Stimmbänder aber nicht 
bemerkt worden waren. 
Die Bedeutung der liier zum zweiten Male erprobten Neudöreer- 
schen Untersuchungsmethode durch die gefensterte Athmungscanüle 
hindurch liegt auf der Hand, denn einmal erlaubt sie uns die Kehlkopf- 
tlieile von einer neuen Seite ausserordentlich bequem und scharf zu 
beobachten, und bringt uns auch solche Theile zu Gesicht, welche bei 
der Untersuchung von oben her schwer zugänglich sind oder für immer 
ganz entzogen bleiben : und dann ist es auf diesem Wege, wie schon 
Dr. Neudörfer hervorgehoben hat, möglich, einen Einblick in die tief¬ 
sten Kegionen der Trachea zu gewinnen. welche von oben bisher nur 
unter besonders günstigen Umständen gesehen werden können. 
Wichtiger als dieser letztere Vortheil erscheint mir jedoch die Mög¬ 
lichkeit, unter Beihilfe dieser Untersuchungsmethode an den Kehlkopf- 
tlieilen Sondirungen. Aetzungen und andere operative Eingriffe, bei 
welchen man genau sehen muss, was man thut, zu bewerkstelligen, 
denn durch die gefensterte Caniile hindurch. wo man den Theilen so 
nahe ist und durch die Verschiebbarkeit der Umgebung wenig oder gar 
nicht gestört wird. kann man nach meinen bisherigen Erfahrungen bei 
einiger Uebung verhältnissmässig leicht und sicher manipuliren : ja ich 
muss es trotz der Empfindlichkeit der Stimmritze für möglich halten, 
auf diesem Wege z. B. Neubildungen aus dem Larynx und der Trachea 
zu entfernen. Abscesse zu öffnen u. dgl. 
Ich erlaube mir hierbei besonders auf die Anwendbarkeit der gal¬ 
vanokaustischen Methode aufmerksam zu machen, welche sich zu diesen 
Zwecken. abgesehen von sonstigen Vortheilen. vorzüglich durch das 
Ausbleiben von Blutungen empfehlen dürfte, 
Vierter Fall. 
Die Mutter der eben besprochenen Patientin, E. F., 68 Jahre alt. 
von Baja gebürtig, ist seit 6 Jahren stimmlos. Sie leitet diesen Zustand 
von einer Erkältung ab. die sie sich durch einen kalten Trunk zugezo¬ 
gen haben will. Die Heiserkeit soll plötzlich eingetreten sein. Patientin 
läugnet jemals an Syphilis gelitten zu haben. Bei der Untersuchung 
am 13. Januar 1859 fand ich jedoch eine eiternde Perforation an der 
Grenze des harten und weichen Gaumens, grosse Substanzverluste am 
Velum, insbesondere recliterseits, und dann im Schlunde zahlreiche 
Narben offenbar syphilitischen Ursprungs. 
Der Kehlkopf, welcher mit dem Laryngoskop wegen der Unem¬ 
pfindlichkeit der Kachenschleimhaut und der grossen Substanzverluste
        

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