Bauhaus-Universität Weimar

Der Kehlkopfspiegel. 
der Vocalfolge m, ou, ou verbindet, dem Quacken der Frösche 
nicht unähnlich ist« Brücke a. a. O. S. 10). 
4. Hamze. 
Zum Schlüsse noch einige Bemerkungen über den « Verschlusslaut 
des Kehlkopfes« — das arabische Hamze. 
Nach Brücke a. a. 0. S. 98 oder 629) bedeutet Hamze »ver¬ 
schlossene Stimmritze«, woraus sich »das plötzliche Abbrechen des 
Stimmlautes, da, wo Hamze eine Silbe endigt, und die darauf folgende 
Explosion, die bei der Wiedereröffnung der Stimmritze eintritt und 
denr Nachschlage der Verschlusslaute entspricht«, erklärt. »Dieser 
Nachschlag ist vocalisch, d. h. tönend, wenn die Stimmritze dabei nur 
sehr wenig und in Form einer ganz schmalen Spalte geöffnet wird. 
Fängt die folgende Silbe mit einem tonlosen Consonanten an, so muss 
begreiflicherweise der Nachschlag des Hamze seinen Ton verlieren, da 
er mit dem Beginne des Consonanten zeitlich zusammenfällt, tönend 
ist er dagegen. wenn der Anfangslaut der nächsten Silbe ein tönender 
ist. kann aber begreiflicherweise von diesem nicht mehr als ein beson¬ 
deres Moment unterschieden werden. Hieraus ergibt sich zugleich als 
Corollar, dass Hamze, wenn es zwischen zwei Vocalen steht, das 
Zeichen des Hiatus ist, nur soll hier während der Pause die Stimmritze 
geschlossen werden, was bei unserem Hiatus nicht nothwendig ist. da 
wir ihn auch durch eine blosse Discontinuität in der tonerregenden 
Exspirationsbewegung hervorbringen« u. f. 
Ich kann zu dieser phonetisch erschöpfenden Auseinandersetzung 
Brücke's nur noch hinzusetzen, dass beim möglichst vollkommen er¬ 
zeugten Hamze in der geschilderten Weise, nicht bloss die Stimmritze 
durch die bis zur Berührung genäherten wahren Stimmbänder ge¬ 
schlossen , sondern auch der Kehldeckel mit seinem nach innen vor¬ 
springenden Wulst zur Verstärkung des Verschlusses, fest darauf 
gedrückt wird. Hamze bedeutet dann also » Kehlkopfverschluss«. 
Wir haben, wie wir in dem Kehlkopf-/; der Niedersachsen den 
»Zitterlaut« des Kehlkopfes hatten, hier den »Verschlusslaut« des¬ 
selben. Wir könnten noch die vom clandestinu und die H-Laute als 
’■Reibungsgeräusche« hinzubringen das Ain hat meiner Ansicht nach 
eine ganz eigentümliche Ausnahmestellung zwischen einem » Zitter¬ 
laut« und einem » Vocal«: Brücke führt es als zweiten »Zitterlaut« des 
Kehlkopfes auf, — die arabischen Orthoepisten rechnen es zu den 
«tönenden Lauten«) , und es’mag mit Brücke die Frage aufgeworfen 
werden, warum er selbst diese Laute nicht als besondere Consonanten 
eines letzten Articulationsgebietes in seinem vollendeten Systeme der
        

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