Bauhaus-Universität Weimar

Der Kehlkopfspiegel. 
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nin ganz besondere und neue Kunstgriffe handelt, dem denkenden Be¬ 
obachter gegenüber für ebenso überflüssig und, der unendlichen Fülle 
der concreten Möglichkeiten gegenüber, für ebenso ungenügend, wie 
in der Laryngoskopie. 
Bei den ersten im März 1858 an mir selbst angestellten rhinosko- 
pischen Versuchen bediente ich mich meines autoskopischen Apparats 
— jenes Stativs mit Beleuchtungs- und Gegenspiegel, welches icli bei 
den Beobachtungen am eigenen Kehlkopf benützte. Ich richtete Alles 
so lier wie zur Besichtigung des Larynx, sodann aber zog ich das rvill- 
kürlieh erschlaffte Velum vermittelst eines steifen Drahtes, dessen 
Lik le eine Oese bildete, welche hakenförmig aufgebogen war, nach 
vorn und oben und führte einen kleinen natürlich erwärmten Kehl¬ 
kopfspiegel mit schräg nach aufwärts gekehrter Fläche so unter dem 
gehobenen A elum durch, dass derselbe die vom coneaven Beleuchtungs- 
spiegcl kommenden Strahlen in das Cavum pharynyo-nasalc und Bilder 
der erleuchteten Tlieile reflectiren musste. Dieses autorhinosko- 
pisehe Verfahren eignet sich wie ich gezeigt habe ganz besonders zu 
didaktischen Demonstrationen. 
I m nicht beide Hände, von denen eine den Daumenhaken die an¬ 
dere den Spiegel regierte, verwenden zu müssen und die Aufmerksam¬ 
keit zu theilen hatte ich mir bald nach den ersten Versuchen vom Diener 
des physiolog. Laboratoriums der k. k. Josephs-Akademie in A Vien 
eine rechtwinkelig gebrochene Metallröhre machen lassen, in welcher 
an der Knickung ein ovaler Spiegel unter einem Winkel von 45° ein¬ 
gesetzt war. 
Der kürzere nur wenige Linien lange schräg abgestutzte Schenkel 
der Röhre wurde hinter das Velum, in das Cavum yliurynyo-nasale ein¬ 
geführt, durch den langen Schenkel fiel das Licht ein. 
Bald zeigte sich jedoch die Nothwendigkeit den langen Schenkel 
der Röhre zum grössten Theil in eine Halbröhre zu verwandeln, um 
mehr Licht und freiere Aussicht auf das ovale Spiegelchen zu erhalten, 
ferner erschien es vortheilhaft, den kurzen Schenkel der Röhre ganz 
abzutragen und durch eine auf einem verschiebbaren Ringe befestigte 
verticale Platte zu ersetzen, um die Einführung des Instrumentes 
hinter das Velum zu erleichtern. 
So entstand das provisorische Modell eines Apparates, welchem 
die Idee zu Grunde liegt, den Gaumenhaken und das Spiegelchen in 
Eins zu vereinigen, um beide Instrumente in einer Hand sicher zu 
regieren s. Fig. 14 . 
Der Holzschnitt S. 520) skizzirt, verkleinert, den Apparat 
Rhinoskop in jener primitiven Form, in welcher icli ihn zu meinen
        

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