Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einige Beobachtungen über die Sprache bei vollständiger Verwachsung des Gaumensegels mit der hinteren Schlundwand
Person:
Czermak, Johann N.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16188/4/
Einige Beobachtungen über die Sprache etc. 
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unter so ungünstigen l Anständen beitragen kann das Mitschwingen der 
Nasenluft zu begünstigen. 
Es ist daher auch wahrscheinlich, dass sie auch das Gaumensegel 
für die Resonanten möglichst erschlafft, für die Mediae aber mehr an¬ 
spannt und dass so bei den ersteren mehr von den Schwingungen auf 
die Luft der Nasenhöhle sich fortpflanzen als bei den letzteren. 
4. Das II uvulare kann das Mädchen natürlich nicht sprechen, da 
vom Zäpfchen so gut wie nichts vorhanden ist : sie bildet das II mit der 
Zungenspitze. 
5. Da das Mädchen die Resonanten so "geschickt durch die ent¬ 
sprechenden Blählaute zu ersetzen versteht, und da alle übrigen 
Laute, mit Ausnahme der nasalirten Vocale, welche im Deutschen gar 
nicht Vorkommen, ohnehin mit geschlossener Gaumenklappe gebildet 
werden, so wird ihre Sprache durch die erlittene Missbildung weit 
weniger beeinträchtigt als man erwarten durfte. Die einzige Unvoll¬ 
kommenheit , welche sich in störender Weise geltend macht, ist ein 
gewisses Stocken im Flusse der Rede, welches daher rührt, dass die 
sich beim Aussprechen mancher Lautfolgen ansammelnde Luft bei ihr 
nur durch den Mund austreten kann, während sie bei Gesunden durch 
Oeffnen der Gaumenklappe unmerklich und ohne die Lautbildung zu 
coupiren entweicht. Hält sich ein Gesunder beim Sprechen die Nase 
zu, so fühlt er alsbald jenes durch die Luftanhäufung gesetzte Hinder¬ 
niss , welches bei dem Mädchen aus naheliegenden Gründen noch 
früher uud weit störender auftreteu muss.
        

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