Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber das Verhalten des weichen Gaumens beim Hervorbringen der reinen Vocale
Person:
Czermak, Johann N.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16182/1/
XXXV. 
Ueber das Verhalten des weichen Gaumens beim Her¬ 
vorbringen der reinen Vocale. 
[Wiener akadem. Sitzungsberichte 1857 und Moleschott Untersuchungen etc.] 
In Donders’ »Physiologie des Menschen« (deutsch von F. W. 
Theile, Leipzig 1856:, Bd. I, S. 2S9, heisst es : »Das Heben des 
Gaumensegels (heim Schlucken) lässt sich nach Debrou (Thèses de 
1841, Nr. 266) durch einen einfachen Versuch nach weisen. Führt man 
nämlich durch die Nasenhöhle ein Stilet ein, so senkt sich dessen 
vorderes Ende heim Schlucken, und dies rührt von einem Gehoben¬ 
werden des weichen Gaumens her, auf welchem das hintere Ende des 
Stilets ruht. « 
Als ich vor Kurzem (20. Februar diesen Versuch wiederholte, 
fand ich Debrou’s Angabe nicht nur bestätiget, sondern bemerkte 
auch beim Sprechen verschiedene Bewegungen an dem freien Ende 
des in die Nase eingeführten Körpers. 
Aufmerksam geworden, erkannte ich sofort, dass sich eine Art 
Fühlhebel construiren lasse, der sehr gut zur Bestimmung der inner¬ 
halb gewisser Grenzen erfolgenden Bewegungen und Stellungen des 
Gaumensegels beim Hervorbringen der verschiedenen Sprachlaute 
benützt werden könnte. 
Ich begann mit der Ausführung dieser Bestimmung für die ein¬ 
fachen Vocale und bediente mich zu diesem Zwecke eines 1,8 mm. 
dicken und etwa 200 mm. langen, geraden Eisendrahtes, dessen in 
die Nase gebrachtes Ende, seitwärts eingerollt, eine 12 mm. breite 
Oese bildete, die ich mit Wachs ausfüllte und überzog, dessen freies 
Ende aber in derselben Ebene und nach derselben Seite wie die Oese, 
rechtwinkelig umgebogen war, und somit den Stand und die Bewe¬ 
gungen der Oese unmittelbar anzeigte.
        

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