Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Weitere Beiträge zur Physiologie des Tastsinnes
Person:
Czermak, Johann N.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16177/8/
Weitere Beiträge zur Physiologie des Tastsinnes. 
377 
vorausgeschickten Auseinandersetzungen, zwar neben ihrem histori¬ 
schen, immer noch auch einen praktischen Werth zur Bestimmung der 
Feinheitsverhältnisse des Kaumsinnes der Haut und zur etwaigen Be¬ 
rechnung des Durchmessers der Empfinduugskreise, welcher, wie 
oben beiläufig bemerkt wurde, stets weniger als den dritten Tlieil der 
nach Weber gemessenen Abstände betragen muss, behalten; allein 
sie taugt nur in jener sinnreichen Form, in welcher sie von R. Lich- 
tenfels angewendet wurde, zu einer genaueren indirecten Messung 
dieser Diameter, und macht die neue Methode, welche ich auf die 
Beobachtung der. zur Unterscheidung räumlicher Beziehungen un¬ 
gleichzeitiger Eindrücke erforderlichen Distanzen zu gründen 
gedenke, durchaus nicht überflüssig. 
R. Lichten fees hat nämlich in Folge der oben citirten Beobach¬ 
tung für noting erachtet, nicht nur den Abstand zu messen, bei welchem 
zwei gleichzeitige Eindrücke eine deutliche Doppelempfindung zu 
veranlassen beginnen, sondern auch jenen, bei welchem die Ver¬ 
schmelzung der Eindrücke zu einer einfachen, räumlich untrennbaren 
Wahrnehmung ihre Grenze hat. 
Leider hat Lichtexfels seine Messungen nur an einer einzigen 
Stelle (an der Dorsalfläche des rechten Unterarmes), bei longitudi¬ 
nalem Ansetzen der Zirkelspitzen in der Mittellinie, ausgeführt und 
sechs derartige Versuchsreihen in der folgenden Tabelle zusammen¬ 
gestellt : 
Ergehn iss der 
Grenze der einfachen 
Beginn der deutlichen 
Empfindung 
Doppele 
mpnndung 
1. Versuchsreihe 
25 mm 
20 
mm 
2. 
28 
44 
- 
.•(. 
20 5 - 
42- 
5 - 
4. 
27 
44 
- 
5. 
20 
28 
- 
ti. 
20 
45 
- 
Mittel....... 
20-4 nun 
42 
mm 
Grosse cl. Schwankung 
4 
0 
- 
Aus dieser Tabelle ergibt sich, dass, während die Grenze der 
einfachen Empfindung kaum variabel ist, indem die Schwankung von 
3 mm auf Rechnung der Beobachtungsfehler kommt, das Urtheil über 
den Beginn der vollen Doppelempfiuduug um die kleine Grösse von 
6 mm schwankt, und — was schon Lichtexfels nicht für zufällig an¬ 
sieht — der Raum. in welchem das Urtheil sich zweifelhaft verhält ; 
32—26. dieselbe Grösse, nämlich 6 mm hat.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.