Bauhaus-Universität Weimar

Weitere Beiträge zur Physiologie des Tastsinnes. 
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Erklärung der Abbildungen. 
Tafel 1!). 
Fig. I erläutert den in Nr. XXVI angegebenen neuen Versuch zur Demonstra¬ 
tion der Chronusie des Auges, welche sich bei falscher Accommodation geltend 
macht. K ist der Durchschnitt des Kartenblattes, in das der Löehclchenkreis 
gestochen ist ; «und b sind zwei vom Schnitte getroffene Löchelchen, tide und 
bed die durch dieselben ins Auge fallenden Lichtkegel; cv, de die violette, er, 
d r die rothe Grenze der chromatischen Abweichung. Die erstcre bildet nach 
ilie letztere vor der Durchkreuzung der Strahlen im zusammengebrochenen Licht¬ 
kegel den äusseren Mantel des Kegels und ist, so weit dies der Fall, durch volle 
Linien angcdcutct, übrigens nur punktirt. Die sechs Ovale repriisentiren die, je 
nach dein Stande des Accommodationspunktes auf die Netzhaut It. IC, It", fallen¬ 
den Zerstreuungskreise der Leuchtpunkte « und b. Steht der Aecommodations- 
punkt jenseits des Kartenblattes IC , so bilden die rothen Strahlen die ätisserste 
Grenze der Zerstreuungskreise, steht er diesseits desselben /("; — die blauen. 
Ist das Auge für die Entfernung von « und b aeeommodirt It , so ist auch die 
chromatische Abweichung fast Null. Es versteht sich von selbst, dass sich dort, 
wo sich die Zerstreuungskreise auf der Linie .I.Y berühren, die Intensität der 
Farbensäume erheblich verstärken muss. 
Fig. 2 und '■} zeigen, dass und warum der Zerstreuungskreis eines Leucht¬ 
punktes, a, durch ein von beliebiger Seite her gegen die Mitte der Pupille vorge¬ 
schobenes Kartenblatt K von derselben oder von der entgegengesetzten 
Seite her auf der Netzhaut verdunkelt werde, je nachdem in Folge des Aceommo- 
dationszustandes der Vereinigungspunkt der Strahlen u, hinter Fig. 2; oder 
vor Fig. a die Netzhaut fällt. 
Fig. 4, 5, G, 7 und 8. Schematische Darstellungen der Empfindungskreise in 
der Haut, welche die Erörterungen des § S, Nr. XXX erläutern. Fig. 4 ist ein 
idealer Grcnzfall. 
Fig. 0. Neuer Stangenzirkel zu Tastversuchen in natürlicher Grösse. Der 
kürzere Schenkel .1; kann, durch Druck des Fingers auf die Platte d, nach unten 
verschoben werden und kehrt durch die Wirkung der Feder e, von selbst in seine 
frühere Lage zurück. Der längere Schenkel II ist an der Iliilse II befestigt, 
welche an der Stange ($. läuft und ein viereckiges Fenster hat, dessen zugescliärf- 
ter unterer Rand mit einem Nonius versehen ist, so dass man an der Stangen- 
t hei lung den Abstand der Zirkelspitzen bis auf Zehntel einer Wiener Linie genau 
ablesen kann. Da der senkrecht bewegliche kürzere Schenkel (A] durch die 
Schraube r in beliebiger Höhe festgestellt werden kann, so dient der Stangen¬ 
zirkel eben so gut zur Erzielung gleichzeitiger als ungleichzeitiger Eindrücke 
Vgl. § 8, ad 2.
        

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