Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber den Zusammenhang zwischen der Convergenz der Augenaxen und dem Accomodationszustande der Augen (sammt Zusatz)
Person:
Czermak, Johann N.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16167/24/
266 Ueber den Zusammenhang zwischen der Convergenz der Augenaxen etc. 
I 
»Die Willensimpulse werden nach dem einfachen Gesetze der 
Uebung und Gewohnheit, die zur Eealisirung ihrer Zwecke nöthigen 
Bahnen schon finden lassen. Dies kann unmöglich für einen so fein 
gegliederten und seiner Seele im normalen Zustande so dienstbaren 
Organismus schwer fallen, welcher im Stande ist, beim Gesang die 
feinsten Spannungsverhältnisse zu empfinden und für das Bedürfniss 
der Modulationen seiner Stimme abzuändern, ohne dazu der anatomi¬ 
schen Kenntnisse zu bedürfen«. 
Die Art der Verknüpfung der Accommodations- und Augenbewe¬ 
gungen , wie wir dieselbe durch die mitgetheilten Versuche genauer 
kennen gelernt haben, passt vollständig weder in die eine, noch in die 
andere Classe von Mitbewegungen, welche Wagner aufgestellt hat. 
Die Verhältnisse sind in unserem Falle so complicirt, dass wir die 
charakteristischen Merkmale beider Classen von Mitbewegungen 
vorfinden : 
« Nach meinen bisherigen Erfahrungen sind die will k ü r 1 i e Ire 
Erregung einer Convergenzbewegung der Augen mit einer Accommo- 
dationsbewegung für die Nähe, und eine willkürliche Erregung 
einer Accommodationsbewegung für die Ferne mit einer relativen Di¬ 
vergenzbewegung der Augen zwangsmässig verbunden, so da\s diese 
beiden Bewegungen zu den Mitbewegungen der ersten Classe 
gehören. 
Innerhalb sehr enggesteckter Grenzen gehören auch diese Mit¬ 
bewegungen für manche Individuen, wie mir Coccirs in Leipzig mit- 
getheilt hat, in die zweite Classe. Mag dem sein wie ihm wolle, 
der von mir aufgedeckte Unterschied der Innigkeit des Ver¬ 
bandes, welcher diese Bewegungen verknüpft, und des Verbandes, 
welcher die sub ß angeführten Bewegungen zusammenkettet, bleibt zu 
Hecht bestehen.] 
ß) Während die Mitbewegungen, welche durch die willkür¬ 
liche Erregung einer relativen Divergenzbewegung der Sehaxen oder 
einer Accommodationsbewegung für die Nähe gewöhnlich ausgelöst 
werden, zu den Mitbewegungen der zweiten Classe zu zählen sind, 
weil dieselben, wie ich gezeigt habe, durch Uebung innerhalb ge¬ 
wisser Grenzen zu beseitigen sind. 
y) Ferner sind die Bewegungscentra beider Functionen, ebenfalls 
innerhalb bestimmter Grenzen, in Folge unbewusster, 
instinctive r Erregung einer isolirtenThätigkeit fähig. 1 
Hiernach werden wir sehr verschiedene Inner vations- 
1 Vergl. oben sub 
    

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