Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber den Zusammenhang zwischen der Convergenz der Augenaxen und dem Accomodationszustande der Augen (sammt Zusatz)
Person:
Czermak, Johann N.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16167/19/
Ueber den Zusammenhang zwischen der Couvergenz der Augenaxen etc. 261 
dationspunkte der Augen mit den näher gelegenen Punkten a und b 
zusammenfallen und die Druckschrift wohl nicht mehr im Doppelhilde, 
dafür aber undeutlich, d. h. in Zerstreuungskreisen erscheint. Die 
gesetzmässige Combination von Accommodation und Augenstellung 
bleibt also in ähnlicher Weise gestört, wie vor der beabsichtigten 
Correctionsbewegung, weil der Zusammenhang der Centrai der beiden 
Functionen von der Art ist, dass sie in dieser Ilich tun g durch den 
Willensimpuls nicht isolirt, sondern nur gemeinschaftlich 
erregt werden können. 
b) Hält man die gewonnene Augenstellung, bei welcher m der 
Durchkreuzungspunkt der Sehaxen ist, fest und versucht die Augen, 
welche für die Entfernung der Punkte « und b eingestellt sind, für m 
zu accommodiren — wodurch das gesetzmässige Verhältniss zwischen 
Accommodation und Augenstellung herbeigeführt werden würde —, so 
wird die Correctionsbewegung um so mehr Mühe und Anstrengung 
kosten, je mehr das Gesichtsfeld des linken Auges durch die Papier- 
diite beschränkt ist, ja es wird bei j edem Versuche die 
Augen für m zu accommodiren, der Durchkreuzungs¬ 
punkt der Sehaxen wieder hinter die Buch fläche AB 
fallen, d. h. die Correction wird gar nicht gelingen, 
wenn wegen der Kleinheit der Oeffnung der Papier- 
diite ein weiter unten hervorgehobener Umstand nicht 
eintreteu kann, — und zwar aus demselben Grunde, welchen 
wir für die Fruchtlosigkeit der willkürlich eingeleiteten Correction 
der Augenstellung bei dem zuerst erörterten Versuche angegeben 
haben. 
Aus den beiden Versuchen ersieht man, wie Recht ich hatte, 
Volkmann gegenüber zu behaupten : »Dass die Bewegungscentra für 
die verknüpften Thätigkeiten bezüglich der angegebenen Combina¬ 
tion derselben in einem solchen organischen anatomischen Ver¬ 
hältnisse und Zusammenhänge gedacht werden müssen, dass sich der 
Reiz, welchen der Wille auf das eine derselben ausübt, nothwendig 
auch auf das andere überträgt und daselbst ein bestimmtes Quantum 
Bewegung auslöst«. 
c Wenn man in dem sub a beschriebenen Versuche die Dondeks - 
sche Papierdüte weglässt, so tritt die Vergrösserung des Convergenz- 
winkels der Sehaxen ohneunserZuthun’ . durch die instinctive 
1 Ja man muss sich sogar jedes vehementeren befördernden Willens¬ 
einflusses enthalten, da sonst leicht auch hier die unter a und b erwähnte 
Uebertragung des Impulses auf beide Bewegungscentra sich einstellt und die 
Correction vereitelt.
        

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