Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber einen eigenthümlichen Schaltknochen im Augenhöhlendache des Menschen
Person:
Czermak, Johann N.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16156/8/
1 10 Ueb. einen eigenth. Sehaltknochen im Augenhöhlendaclie d. Menschen. 
Bildungsmaterial, aus dem der Sehaltknochen möglicherweise ent¬ 
standen sein kann. 
Wir wiederholen, was oben vorläufig über die Qualität der Anlage, 
aus der sich der Sehaltknochen herausbilden kann, gesagt wurde, in¬ 
dem wir jetzt speciell die Tlieile bezeichnen : 
1 Der Sehaltknochen ist entweder die in grösserer 
oder kleinerer Ausdehnung ossifieirte Frontalplatte 
oder 
2 einlos getrenntes Stück der Pars horizontal is des 
Stirnbeins, oder endlich 
ä Beides zugleich. 
Im weiteren Verlauf der normalen Entwicklung des Schädels 
ändert sich durch die Ossification und andere Vorgänge manches 
embryonale Verhältniss, — so auch das vorhin beschriebene. 
Die Metamorphose, die mit und in den verschiedenen Partieen des 
Knorpelschädels vorgeht, ist, wie man annimmt, eine dreifache : der 
grösste Tlieil des Primordialcraniums ossificirt; ein kleiner Theil bleibt 
längere Zeit die Knorpelscheibe zwischen dem Körper des Keilbeins 
und dem Körper des Hinterhauptbeins), oder für immer (Septum narium 
cart il. knorpelig; ein dritter Theil endlich hat blos eine vorüber¬ 
gehende Bedeutung und verschwindet ganz und gar. 
Die Frontalplatten und die äussersten Spitzen der Alae parvae ge¬ 
hören zu jenen Partieen des Knorpelschädels, welche später nicht mehr 
nachzuweisen sind, und von denen wohl angenommen werden muss, 
dass sie durch irgend einen Vorgang verschwinden. Der horizontale 
Theil des Stirnbeins ist somit später nicht mehr von der Frontalplatte 
bedeckt und trägt in seiner ganzen Ausdehnung zur Bildung des Bodens 
der vordem Schädelgrube bei. 
Dies der normale Fortbildungsproeess. Die Entstehung eines 
Schaltknochens ist immer etwas Abnormes und setzt einen eigenthixm- 
lichen Entwicklungsvorgang voraus ; so auch das Vorhandensein unsres 
Schaltknochens. 
Unter den vorliegenden Verhältnissen kann der normale Fortbil¬ 
dungsproeess in mehrfacher Beziehung ein anderer werden. Es lässt 
sich nämlich denken, dass abnormerweise Ossificationspunkte in die 
Frontalplatte niedergelegt werden — denn sie ist ebensogut knorpelig, 
als die übrigen ossificirenden Tlieile des Primordialcraniums. Die ganz 
oder tlieilweise ossifieirte Frontalplatte würde dann, statt zu ver¬ 
schwinden, selbständig auftreten, und es käme nur au £ ihr Verhältniss 
zur Pars horizontal^ des Stirnbeins an, ob sie einen Sehaltknochen 
bilden oder zu dessen Entstehung beitragen könne. Wenn der ixnter
        

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