Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur mikroskopischen Anatomie der menschlichen Zähne
Person:
Czermak, Johann N.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16153/7/
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Beiträge zur mikroskopischen Anatomie (1er menschlichen Zähne. 
gendcn hellen und dunkleren Streifen durch die regelmässigen Zick¬ 
zackbewegungen der Schmelzprismen, indem die Lichtstrahlen unter 
verschiedenen Winkeln auf die Seitenflächen der Prismen auffallen und 
daher bald in das Auge des Beobachters reflectirt werden, bald keine 
in dieser Lichtung reflectirende Oberfläche finden, wodurch dann notli- 
wendig helle und dunkle Stellen entstehen müssen. Würden alle Pris¬ 
men gerade gestreckt auf dem kürzesten Wege von der innern zur 
äussern Oberfläche des Schmelzes ziehen und niemals gruppenweise 
einen gebogenen Verlauf haben, so könnten solche helle und dunkle 
Streifen gar nicht entstehen. Da die letzten peripherischen Enden der 
Prismen gerade gestreckt verlaufen, so erklärt es sich, warum diese 
Zeichnung nur an unausgebildeten Zähnen ganz oberflächlich, an aus¬ 
gebildeten hingegen aus der Tiefe hervorschimmernd erscheint. 
Von der Richtigkeit der gegebenen Erklärung kann man sich auf 
folgende Weise leicht überzeugen. Man untersuche zuerst mit einer 
mässigen Vergrößerung an einem nicht allzu dünnen Flächenschliffe 
des Schmelzes den Verlauf der Prismen Lei durchfallendem Lichte und 
vertausche, nachdem man eine genügende Anschauung davon erhalten 
hat, das durchfallende Licht mit einer zweckmässigen Beleuchtung von 
oben, um die beschriebenen hellen und dunklen Streifen zu sehen. 
Durch Vergleichung beider Bilder, unter Berücksichtigung der Richtung 
der einfallenden Lichtstrahlen, wird sich dann heraussteilen, dass an 
dem ganzen Phänomen nur die verschiedene Reflexion der Lichtstrahlen, 
welche durch die verschiedene Neigung der Biegungen der Prismen 
gegen das Licht bedingt wird, Schuld ist. Wird nämlich das Präparat, 
während man es genau beobachtet und einen oder mehrere Streifen 
aufmerksam und unverwandt mit dem Auge fixirt, auf dem Objecttische 
so gedreht, dass die Biegungen der Prismen, welche erst durch ihre 
bestimmte Neigung die Lichtstrahlen zurückwarfen, nun nach und nach 
in die entgegengesetzte Stellung zum Lichte gebracht werden, und 
umgekehrt was am besten auf dem drehbaren Tische der Obeuhäuseii’- 
schen Mikroskope geschieht), so bemerkt man, wie die Streifen nach 
und nach an Deutlichkeit abnehmen und einer gleichmässigen Beleuch¬ 
tung und Erhellung des Objects Platz machen und schliesslich in der ent¬ 
gegengesetzten Schattirung allmählich wieder zum Vorschein kommen. 
Die bei der früheren Stellung des Objects zum einfallenden Lichte hell 
erscheinenden Streifen werden nach einer Drehung von beiläufig 180" 
dunkel, die dunkel erscheinenden hell. Wird das Object in derselben 
Richtung weiter gedreht, so löst sich die Streifung abermals in eine 
gleichmässige Erhellung auf, und ist man endlich nach einer Drehung 
von 3(50° auf den alten Fleck gekommen, so erscheint die Schattirung
        

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