Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Verästelungen der Primitivfasern des Nervus acusticus
Person:
Czermak, Johann N.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16151/1/
III. 
Verästelungen der Primitivfasern des Nervus acusticus. 
[Zeilschr. /'. wissensch. Zoologie etc. -tftSO. Bä. II. S. 105.] 
(Hierzu Tafel 5.) 
Trotz mannichfacher Bemühungen war man bisher nicht im 
Stande, das peripherische Verhalten des Nervus acusticus zu er¬ 
mitteln. Oh die Primitivfibrillen desselben frei auf den Membranen 
des häutigen Labyrinths endigen oder oh sie einfache Schlingen bilden, 
ist nocli völlig unentschieden; eben so wenig sind Theilungen und 
Verästelungen der Primitivfibrillen beobachtet worden. 
Was meine Untersuchungen über diesen Gegenstand betrifft, so 
haben sie mir zwar keine klare Einsicht in die eigentliche Endigungs¬ 
weise des Hörnerven verschafft, jedenfalls aber — wenigstens für den 
Stör [Acipenser Sturio) — das unzweifelhafte Resultat ergeben, dass 
sich die Primitivfibrillen des Acusticus theilen und verästeln. 
Die Ausbreitung des Hörnerven auf dem häutigen Labyrinth des 
Störs ist bekannt genug und icli gebe deshalb, behufs der weiteren 
Mittheilung blos ein allgemeines Schema seiner Verzweigungen. 
Derselbe spaltet sicli in einen vorderen und einen hinteren Ast: 
crstcrer versorgt die vorderen Partieen des Vestibulum und die Am¬ 
pullen des vorderen und äusseren horizontalen Canalis semicircular is, 
letzterer das Säckchen (Saccus lapillorum), die hinteren und mittleren 
Partieen des Vestibulum, sowie die Ampulle des hinteren Canalis se- 
micircularis. 
Jene Stellen, welchen die Nervenfasern zugeführt werden, sind 
genau bestimmt und scharf begrenzt. So finden sich die Nerven in den 
Ampullen blos an zwei nierenförmigen Flächen vertheilt, welche
        

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