Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über thierische Elektricität, Zweiter Band, Zweite Abtheilung (Zweite Lieferung)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16149/99/
Allgemeine Theorie der inneren Polarisation. 
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können, ja es müssen sogar dergestalt secundär-elektromotorische Kräfte 
in umgekehrter Richtung des ursprünglichen Stromes zu Stande kommen, 
ganz wie dies bei Zersetzung des Wassers zwischen Platinelektroden der 
Fall ist. 
Wollte man durch Elektroden aus irgend einem der obigen Halb¬ 
leiter, die man in irgend einen Elektrolyten tauchen liefse, merkliche 
Ladungen zu Wege bringen, so würde dies aus leicht begreiflichen Grün¬ 
den fehlschlagen. Keine Säule würde kräftig, kein Multiplicator em¬ 
pfindlich genug sein, damit eine Wirkung wahrgenommen würde. Leichter 
würde dies schon gelingen, wenn man anstatt den schlechten Leiter in 
Gestalt von Elektroden in den Kreis zu bringen, ihm die Form einer 
ausnehmend dünnen Zwischenplatte zu ertheilen vermöchte. Am zweck- 
mäfsigsten würde die Anordnung, wenn man nicht blofs eine einzige 
solche dünne Zwischenplatte, sondern deren eine gewisse, nach den Um¬ 
ständen verschiedene Anzahl in den Kreis bringen könnte. 
Diese Anordnung leistet indefs noch nicht ganz, was sie soll. Man 
sieht nämlich, dafs dabei auch mit gutleitenden Elektrolyten Ladung 
eintreten müfste, ja sogar, des geringeren Widerstandes wegen, noch stär¬ 
ker, wenn man, wie wir dies in dieser Verhandlung bis auf Weiteres 
thun wollen, davon absieht, dafs ein und derselbe Strom an der Grenze 
verschiedener Elektrolyte und Halbleiter vermuthlich nicht stets einerlei 
secundär-elektromotorische Kraft erzeugt. Dies nun scheint mit unseren 
Versuchen im Widerspruch. 
Allein jetzt stelle man sich die halbleitenden Zwischenplatten von 
unzähligen kleinen Öffnungen durchbohrt vor, so dafs der Elektrolyt frei 
durch sie zusammenhängt. Er wird nun eine Nebenschliefsung für den 
übrigen Theil der Zwischenplatten abgeben, und die Folge wird sein, 
dafs der Stromtheil, der noch durch die Zwischenplatten selber geht und 
der allein die secundär - elektromotorische Kraft erzeugt, abhängig wird 
von dem eigenthümlichen Widerstande des Elektrolyten. Er wird um so 
kleiner, je besser der Elektrolyt leitet; und um so kleiner wird folglich 
die secundär-elektromotorische Kraft. Es kommt aber noch hinzu, dafs 
die Wirkung, die diese Kraft nachher im Multiplicatorkreise hervorzu¬ 
bringen vermag, abermals geschwächt wird durch die Nebenschliefsung, 
die der durch die Öffnungen der Zwischenplatten zusammenhängende 
Elektrolyt darbietet, und dafs sie folglich um so kleiner wird, je ge¬ 
ringer der eigenthümliche Widerstand des Elektrolyten. 
In der That, und um dem Gesagten einen schärferen Ausdruck zu 
verleihen, man stelle sich ein poröses Gerüst vor von bestimmter Be¬ 
schaffenheit in Bezug auf räumliche Anordnung und Leitungsfähigkeit, 
und denke sich dasselbe getränkt mit einem Elektrolyten zuerst von 
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