Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über thierische Elektricität, Zweiter Band, Zweite Abtheilung (Zweite Lieferung)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16149/81/
der mit verschiedenen Flüssigkeiten getränkten Kohle. 463 
Polarisation zugleich zu thun. Hingegen beim Tränken der geglühten Kohle 
mit einem gut leitenden Elektrolyten falle die natürliche innere Polarisation 
fort, und es könne geschehen, dafs die Verstärkung der künstlichen 
inneren Polarisation durch die Salzlösung oder Säure den Verlust der 
natürlichen inneren Polarisation nicht ersetze. 
Auf diese Art, die aber später noch eine wesentliche Abänderung 
und Vereinfachung erfahren wird, erklären sich allerdings die bisher be¬ 
schriebenen Erscheinungen. Doch bleiben noch einige Umstände übrig, 
die sich dieser Auffassung nicht fügen. Der Art ist die oft sehr ver¬ 
schiedene innere Polarisirbarkeit, welche zwei aneinander stofsende Stücke 
desselben Zweiges auf ganz gleiche Weise behandelt zeigen, und welche 
soweit gehen kann, dafs während das eine mit der oben S. 461 be¬ 
schriebenen Heftigkeit wirkt, das andere auch bei viel längerer Schliefsung 
einer viel stärkeren Kette oft nur Spuren secundär-elektromotorischer 
Wirkung giebt. Dies ist der Grund, weshalb oben zur Vergleichung der 
Polarisation der mit Wasser und der mit Salzlösung getränkten Kohle 
ein und dasselbe Stück Kohle benutzt wurde.1 
Es kam vor, dafs Kohle, die trocken verhältnifsmäfsig besser lei¬ 
tete, mit gut leitenden Elektrolyten getränkt, durchaus keine Polarisation 
an nahm. Ein Stück der oben erwähnten Meilerkohle befand sich in 
diesem Falle, und ebenso verhielt sich, mit verdünnter Schwefelsäure 
getränkt, eine Probe BussE.vscher Kohle von unbekannter Herkunft. 
Sodann kam es vor, dafs Erlenkohle, die nicht von mir nachträglich 
ausgeglüht war, sich trocken als Nichtleiter verhielt, mit Kochsalzlösung 
getränkt dagegen schon von selbst starke elektromotorische Wirkungen 
gab, und auch lebhafte innere Polarisation annahm. Dies läfst sich 
allenfalls begreifen mit Hülfe der Annahme, dafs in dieser Kohle die 
nach Art der Metalle leitenden Kohlenplättchen noch durch ein Gerüst 
nicht leitender nicht gehörig verkohlter Holztheilchen getrennt waren. 
Bei Tränkung mit einer elektrolytisch leitenden Flüssigkeit setzte diese 
die metallisch leitenden Kohlenplättchen mit einander in Verbindung. 
Solche Dunkelheiten, die nur mit Hülfe unbewiesener Voraussetzungen 
hinweggeräumt werden können, bieten sich noch mehrere dar und wegen 
aller dieser Verwickelungen zeigte sich also im Ganzen die Kohle denn 
doch meinem Zweck nicht entsprechend, die Erscheinungen der inneren 
1 Schon Volta sagte in Bezug auf seinen Kreis von Wahrnehmungen an ver¬ 
schiedenen Kohlen: „Pel carbone non so se molto influisca la diversa qualità di 
„legno: certo moltissimo fa la diversa cottura: ma vi saranno anche altre accidentali 
„differenze. Il fatto è, che differiscono quasi sempre notabilmente due pezzi di ear¬ 
phone, e non di raro lo stesso pezzo in diversi punti“. Collezione dell’ Opere ec. t. 
II. p. I. p. 226. Nota.*
        

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