Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über thierische Elektricität, Zweiter Band, Zweite Abtheilung (Zweite Lieferung)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16149/77/
der inneren Polarisation im primären Kreise selber. 
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abzuhandeln, deren Erforschung uns zu seiner Entdeckung führte. Er 
verdient einen eigenen Platz in diesen Untersuchungen, der ihm auch 
werden soll, sobald wir nur erst der inneren Polarisation bis zu einem 
gewissen Punkte Herr wurden. 
(viii) Nachahmung der inneren Polarisation mittels der gewöhnlichen 
Ladungen metallischer oder metallisch leitender Elektroden. 
Aus den oben S. 443. 444 angegebenen Gesetzen der inneren Po¬ 
larisation folgte schon genügend die Richtigkeit der Vorstellung, die wir 
uns sehr früh von der Vertheilung der secundär-elektromotorischen Kräfte 
im innerlich polarisirten Körper machten (S. Bd. I. S. 380 und oben 
S. 380). Um unsere Vorstellung zu versinnlichen, haben wir uns damals 
sogleich des Bildes bedient: die Vertheilung jener Kräfte sei dieselbe, 
welche sie sein würde in einer mit einem Elektrolyten getränkten und 
durchströmten Masse Platinschwamm oder Kohle, die dem Strom nach 
allen Richtungen eine dichtgedrängte Reihe unzähliger, metallisch pola- 
risirbarer Zwischenplatten darböte. Ehe wir dazu schreiten, das Wesen 
der inneren Polarisation etwas näher zu ergründen, wird es angemessen 
sein, uns nicht mehr blofs mit Aufstellung dieses Gleichnisses zu be¬ 
gnügen, sondern zu versuchen, es thatsächlich zu begründen, d. h. die 
secundär-elektromotorischen Erscheinungen an einem metallisch polarisir- 
baren, mit einem Elektrolyten getränkten porösen Körper wirklich zu 
beobachten. 
Mit Platinschwamm habe ich den beabsichtigten Versuch noch nicht 
angestellt. Hinreichend grofse Massen Schwamm sind nicht leicht zu 
bekommen, und selbst wenn man darüber verfügte, würde es seine 
Schwierigkeit haben, denselben die Gestalt eines prismatischen Körpers 
von gleichartigem Gefüge seiner Querscheiben zu ertheilen und diesem 
Körper Zuleitungs- und Keilbäusche anzulegen.1 
Mit Kohle dagegen schien der Versuch wohl ausführbar. Die Lei¬ 
tungsfähigkeit der Kohle wurde von Pbiestley am 4. Mai 1766 entdeckt.3 
1 Ich habe später einmal, durch die Güte des Herrn Prof. G. Quincke, über 
eine hinreichende Menge Platinschwamm verfügt, jedoch nichts daran nachgewiesen, 
als die Polarisation, wie auch eine zusammenhängende Platinmasse sie gezeigt hätte. 
(Über den secundären Widerstand, ein durch den Strom bewirktes Widerstandsphä¬ 
nomen an feuchten porösen Körpern. Monatsberichte der Berliner Akademie, 1860. 
S. 895.) Ohne darüber bestimmte Angaben machen zu können, mufs ich schliefsen, 
dafs es mir aus dem im Text angedeuteten Grunde unmöglich schien oder war, etwas 
über die innere Polarisirbarkeit zu ermitteln. 
2 The History and present State of Electricity, with original Experiments etc.
        

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