Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über thierische Elektricität, Zweiter Band, Zweite Abtheilung (Zweite Lieferung)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16149/66/
448 «?• Abschn. Kap. VIII. §. V. 5 (vi). Einflufs der Dimensionen 
Obschon ich nun dies Alles nicht für unausführbar hielt, so würde 
es doch auf alle Fälle ein so weit aussehendes Unternehmen geworden 
sein, dafs ich vor der Hand davon abstehen zu müssen glaubte. Ich 
habe mich damit begnügt, von jenen Schlüssen solche durch den Versuch 
zu bestätigen, welche dazu keine eigentlichen Mafsbestimmungen erfordern, 
wobei ich also aufser Acht lassen durfte erstens, dafs die hei Schliefsung 
des Multiplicator- nach Oeffnung des Säulenkreises erfolgende Summe 
secundär-elektromotorischer Wirkungen auf die Nadel der Gröfse der ira 
ersten Augenblick stattfindenden secundär-elektromotorischen Kraft mög¬ 
licherweise nicht einfach proportional ist; und zweitens, dafs wenn auch 
diese Proportionalität stattfände, der Ausschlag der Nadel doch nicht 
entfernterweise ein getreues Mafs jener Summe liefert. Sogar von solchen 
Prüfungen habe ich übrigens nur den allerkleinsten, wenn auch wich¬ 
tigsten, Theil bisher anzustellen vermocht. 
L 
1. r — —• = const. 
<7 
Ein Punkt, der zunächst zur experimentellen Bestätigung einlud, 
war das oben der Formel (II) entnommene Ergebnifs, dafs die Gröfse 
der secundär-elektromotorischen Wirkung von der Länge und dem Quer¬ 
schnitt beider ganz unabhängig sei, wenn nur das Verhältnifs beider 
beständig bleibe. 
Ich liefs von einem geschickten Tischler aus demselben Stück Weifs- 
büchenholz fünf Paar Stäbe von verschiedener Gröfse schneiden, an denen 
diese Bedingung möglichst genau erfüllt war. Dieselben besafsen näm¬ 
lich in rheinischen Zollen und Millimetern, den Zoll zu 26mra gerechnet, 
folgende Mafse: 
I. 
II. 
in. 
IV. 
V. 
Länge 
1" = 26mm 
2" = 52”™ 
3" = 78"™ 
4 ff ~~~ 104 mm 
6” = 156-™ 
Querschnitt 
J_ff v ] n 
- 64 LJ 
= 10,6 
2 n v i ff 
8 8 
~ 64 1—11 
= 21,1 amm 
3 1/ v 1 ff 
8 '' 8 
= -3_n" 
64 LJ 
= 31,7 
2 n w 2 ;/ 
8 'N 8 
— JL r~i ff 
- 64 LJ 
= 42,2 
3 ff w 2 ff 
'8 '' 8 
— jl n" 
- 64 LJ 
= 63,4 Umm 
Diese Stäbe wurden in destillirtem Wasser gesotten, bis sie unter¬ 
sanken, und anzunehmen war, dafs sie alle auf allen Punkten gleich- 
mäfsig damit durchtränkt seien. Die Stäbe wurden, bei den folgenden 
Versuchen, um ihnen den ursprünglichen Strom zuzuleiten, mit ihren 
beiden Enden zwischen die Zuleitungsbäusche der Säule eingeklemmt. 
Die Enden waren mit Thonschildern bekleidet, um das Eindringen des 
Kupfersalzes zu verhindern (S. oben S. 431. 432).
        

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