Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über thierische Elektricität, Zweiter Band, Zweite Abtheilung (Zweite Lieferung)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16149/60/
442 3. Abschn. Kap. VIII. §. V. 5 (v). Einflufs erhöhter Temperatur 
ström an die negative Hemmung. Ein ebenso behandeltes Stück Fisch¬ 
bein trieb sie wenigstens auf 50 — 60°. 
Seidene Schnur dagegen, wie baumwollene oder hänfene behandelt, 
zeigt keine Spur innerer Polarisirbarkeit, so dafs es möglich wäre, mit 
Hülfe dieses Unterschiedes eine Verfälschung der Seide mit Baumwolle 
zu erkennen; ein Verfahren, welches sich freilich eben so wenig als 
praktisch empfehlen dürfte, als das von Rousseau zur Erkennung der 
Verfälschung des Baumöls vorgeschlagene. (S. oben Abth. I. S. 111. 
Anm. 1 und 2.) 
Es bleiben endlich hier übrig die Muskeln und Nerven, deren 
secundär-elektromotorische Wirkungen kennen zu lernen, wie man sich 
erinnert, eigentlich das letzte Ziel unserer gegenwärtigen Bestrebungen 
ist. Wir werden uns dieser Ermittelung bald mit ungetheilter Aufmerk¬ 
samkeit zuwenden. Zuvor jedoch wird es am Orte sein, die Erscheinung 
der inneren Polarisation an sich etwas näher in’s Auge zu fassen. 
(v) Einflufs erhöhter Temperatur auf die innere Polarisirbarkeit 
feuchter poröser Körper. 
Ueber den vernichtenden Einflufs, den Siedhitze auf die bereits ent¬ 
wickelte innere Polarisation der Muskeln und des Holzes ausübt, sind 
bereits oben Bd. I. S. 379. 380 rohe Versuche mitgetheilt worden. Es 
schien mir jetzt abermals nicht ohne Wichtigkeit, mit meinen vervoll- 
kommneten Versuchsweisen zu ermitteln, wie sich die innere Polarisir¬ 
barkeit poröser feuchter Leiter bei höheren Temperaturen verhalten würde. 
Zu diesem Zweck stellte ich die Fig. 154. Taf. VI abgebildete Anordnung 
her, brachte aber, statt des heberförmigen Verbindungsrohres zwischen 
den beiden Hülfsgefäfsen ein Uförmiges Rohr an, welches mit den Hülfs- 
gefäfsen durch ziemlich enge heberförmige Röhren verbunden war. Die 
Iliilfsgefäfse, das U förmige Rohr und die letztgenannten engen Röhren 
waren mit Brunnenwasser gefüllt; die weiten heberartigen Verbindungs¬ 
röhren der Hülfsgefäfse mit den Zuleitungsgefäfsen der Säule und des 
Multiplicators beziehlich mit schwefelsaurer Kupferoxyd- und Kochsalz¬ 
lösung. Diese Röhren waren nach den Hülfsgefäfsen zu in hergebrachter 
Weise mittelst doppelter Schweinsblase geschlossen. Das mit Brunnen¬ 
wasser gefüllte Uförmige Rohr diente zur Aufnahme des gleichfalls mit 
Brunnenwasser getränkten innerlich polarisirbaren Körpers, der darin der 
Siedhitze ausgesetzt werden konnte. Es wurde also zuerst die Stärke 
der inneren Polarisation für eine gewisse Dauer und Stärke des ur¬ 
sprünglichen Stromes bei gewöhnlicher Temperatur geprüft. Dann wurde 
mittelst einer untergesetzten Weingeistlampe das Wasser in dem Uförmigen.
        

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