Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über thierische Elektricität, Zweiter Band, Zweite Abtheilung (Zweite Lieferung)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16149/45/
der ElelUrolyte bedingt Abänderung unseres Versuchsplans. 427 
zu denken, dafs der Strom etwas in die Schneide eines jeden Keil¬ 
bausches einbiegt, um darin eine Schleife zu bilden, und sie alsbald 
wieder zu verlassen. Dann würden die Berührungsflächen der Schneiden 
und des durchströmten Bausches, die sich nachher im Multiplicatorkreise 
befinden, in der That durchströmt sein, allein nur von einer sehr kleinen 
Elektricitätsraenge, und zwar von dieser in beiden Richtungen. Die 
Summe der elektromotorischen Wirkungen, welche an einer so durch¬ 
strömten Berührungsstelle hinterbleiben, wird demnach Null, oder we¬ 
nigstens sehr nahe Null sein müssen (Vergl. oben S. 408). 
Tränkt man bei dieser Versuchsweise den durchströmlen Bausch 
mit Brunnen- oder destillirtem Wasser oder mit Hühnereiweifs, so erhält 
man eine starke, rein negative Wirkung wegen innerer Polarisation, wie 
bei der Hförmigen Anordnung. Doch darf man, bei allen diesen Ver¬ 
suchen, die Berührung der Keilbäusche mit dem durchströmten Bausch 
nicht zu lange fortsetzen. Alsdann nämlich dringt Kochsalzlösung aus 
den ersteren Bäuschen in den letzteren ein, und der Erfolg ist derselbe, 
als hätte man den durchströmten Bausch an zwei Stellen, entsprechend 
den Schneiden der Keilbäusche, zerschnitten, und Kochsalzbäusche 
zwischen seine beiden äufseren Stücke und das mittlere eingeschaltet. 
In Folge davon mischt sich die äufsere Polarisation zwischen Kochsalz 
und der Flüssigkeit, mit der der Bausch getränkt ist, in das Ergehnifs 
ein, und ändert dasselbe in den einzelnen Fällen so ab, wie man leicht 
aus dem Vorhergehenden entnehmen kann. Also z. B. mit Schwefelsäure 
erfolgt allerdings bei sehr langer Durchströmung eine negative, mit Kali¬ 
hydratlösung eine positive, mit Wasser eine doppelsinnige Wirkung u. s. f. 
Doch ist leicht zu zeigen, dafs dies wirklich von dem Eindringen der 
Kochsalzlösung herrührt, und nicht etwa von einer der Vorrichtung 
wesentlich anhaftenden Unvollkommenheit, vermöge welcher sie die äufsere 
Polarisation nicht völlig auszuschliefsen im Stande wäre. Dies ergiebt 
sich daraus, dafs die Wirkung im Sinn der äufseren Polarisation sich 
nicht einstellt, wenn man die Schneiden der Keilbäusche mit einer hin¬ 
reichend dicken Lage Fliefspapier bekleidet, das mit derselben Flüssigkeit 
getränkt ist, wie der durchströmte Bausch ; ferner daraus, dafs, wenn in 
Folge langer Berührung des durchströmten Bausches mit den Schneiden 
der Keilbäusche die Zeichen äufserer Polarisation sich einmal eingestellt 
haben, man dieselben auch bei kurzer Durchströmung erhält, wo sie 
vorher nicht erschienen; endlich daraus, dafs man den fraglichen Zu¬ 
stand auch leicht und schnell dadurch herbeiführen kann, dafs man den 
durchströmten Bausch zwischen den Schneiden der Keilbäusche entweder 
mit einem Salzbausch dauernd berührt, so dafs dessen Lösung in den 
durchströmten Bausch eindringen kann, oder auch nur mittelst eines-
        

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