Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über thierische Elektricität, Zweiter Band, Zweite Abtheilung (Zweite Lieferung)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16149/42/
424 3. Ahschn. Kap. VIII. §■ V. 4. Die neucrlcannlc Polarisation 
eiweifs zwischen Kochsalz positive äufsere Polarisation zeigten; so hat 
es jetzt freilich den Anschein, als ob sich jene positiven Wirkungen, 
statt als eine neue den Muskeln eigentümliche elektromotorische Wirkung, 
nur noch einfach als äufsere Polarisation der Muskeln zwischen Koch¬ 
salz erweisen würden. 
Indessen giebt es andererseits auch wieder Gründe, welche gegen 
einen solchen Ursprung der besagten positiven Wirkungen sprechen. So 
wurde dadurch, bei Anwendung nur weniger GnovE’schen Glieder, und 
nach wenigen Secunden Durchströmung, die Nadel des Multiplicators 
für den Muskelstrom an die Hemmung geführt. Sie sind also beträchtlich 
stärker als die Wirkungen wegen äufserer Polarisation sich gewöhnlich 
darstellen. Sodann würde, wenn dies ihre Natur wäre, ganz rätselhaft 
bleiben, dafs sie mit dem Verlust der Lebenseigenschaften aufhören. 
Wir haben also Grund, dennoch in dem Unternehmen zu beharren, 
diese, dem Lebenszustand angehörigen positiven Wirkungen genauer zu 
verfolgen. Allein die Vorrichtung, mit der wir oben S. 388 glaubten 
diesen Zweck erreichen zu können, zeigt sich ihm jetzt nicht mehr ent¬ 
sprechend. Wir wissen nun, dafs wir bei der Anwendung der mit 
Kochsalzlösung getränkten Querbäusche, wie sie damals beabsichtigt wurde, 
stets die Polarisation an der Grenze der Salzlösung und der tierischen 
Theile oder der Eiweifshäutchen, die zwischen den beiden letzteren für 
Null gerechnet, mit im Spiel haben würden. In vielen Fällen dürfte 
diese Störung allerdings unmerklich sein; dennoch müssen wir um jeden 
Preis bemüht sein, die daraus erwachsende Unsicherheit zu beseitigen. 
Die Versuchsweise, die wir im Vorigen angewendet haben, um die 
äufsere Polarisation an durchströmten Bäuschen aufser Spiel zu bringen, 
bestand darin, die Hülfsbäusche, wodurch diese einerseits mit den Säulen-, 
andererseits mit den Multiplicatorbäuschen in Verbindung standen, statt 
mit Salzlösung, mit derselben Flüssigkeit zu tränken, die der durch¬ 
strömte Bausch enthielt. Indem dieser Gedanke mit Bäuschen auf die 
einfachste Art verwirklicht wurde, entstand was wir die Hförmige 
Anordnung dreier balkenförmiger Bäusche genannt häben (S. oben S. 408. 
Fig. 154. Taf. VI). Ich brauche nicht zu sagen, dafs zur Ausführung 
mit Muskeln und Nerven statt mit Bäuschen diese Anordnung nicht 
geeignet ist. Wohl aber könnte man daran denken, von demselben 
Versuchsplan ausgehend, die ursprüngliche, zur Erforschung thierischcr 
Theile bestimmte Vorrichtung, aus der die Hförmige Anordnung ent¬ 
sprungen ist, dahin abzuändern, dafs die Querbäusche statt mit Koch¬ 
salzlösung, mit Eiweifs oder Blutserum getränkt würden, indem anzu¬ 
nehmen ist, dafs an der Grenze dieser Flüssigkeiten und der thierischen 
Theile keine merkliche Polarisation stattfinde. Leider aber zeigt, wie
        

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