Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über thierische Elektricität, Zweiter Band, Zweite Abtheilung (Zweite Lieferung)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16149/35/
an der Grenze ungleichartiger EleJctrolyte. 417 
zu bedenken, dafs man bei allen Multiplicatorversuchen ja noch stets die 
weit stärker polarisirbaren metallischen Multiplicatorenden im Kreise hat. 
Für den Fall aber, dafs diese aus dem Kreise verbannt wären, blieben 
zuletzt noch immer die thierischen Theile selber übrig, die, wie wir zum 
Theil schon wissen und noch genauer erfahren werden, innere Polari- 
sirbarkeit in hohem Mafse besitzen. 
(vn) Versuche Zur Theorie der Polarisation an der Grenze ungleich“ 
artiger Elektrolyte. 
Was die Ursache dieser neuen secundär-elektromotorischen Erschei¬ 
nung betrifft, so lassen sich zwei Vermuthungen darüber aufstellen, ent¬ 
sprechend den beiden Wirkungen des Stromes im Inneren der Leiter, an 
die man dabei zunächst denken wird, seiner thermischen Wirkung nämlich 
und seiner elektrolytischen. 
Um die Erscheinung thermisch zu erklären, müfste man erstens 
annehmen, dafs zwischen Elektrolyten thermoelektrische Ströme statt¬ 
finden; was noch nicht bewiesen ist, insofern die oben S. 199 ff. be¬ 
schriebenen Versuche sich nur auf poröse Körper beziehen, die mit 
Elektrolyten getränkt sind. Für’s zweite müfste man annehmen, dafs 
für die Berührungsstellen zwischen ungleichartigen Elektrolyten ein ähn¬ 
liches Gesetz stattfindet, wie das von Peltier für die zwischen Metallen 
entdeckte, dafs nämlich der Strom daselbst, je nach seiner Richtung, eine 
Temperaturerhöhung oder -Erniedrigung erzeugt (S. oben S. 394). 
Ich habe mir, ganz unmittelbar, die Ueberzeugnng verschafft, dafs 
dies wenigstens nicht in leicht bemerkbarer Weise der Fall ist. Es standen 
mir, zu Versuchen der Art, zwei Thermometer von J. G. Greiner jun. 
zu Gebot durch die Güte des Dr. Traube, in dessen Besitz sie nach 
dem Tode meines Freundes E. Hallmann übergegangen waren. Sie sind 
in fünftel Grade Celsius getheilt, und der fünftel Grad ist fast lmm lang, 
so dafs man mit vollkommener Bequemlichkeit VJ0o abliest. Ich nahm 
ein weites Uförmiges Rohr, lullte dasselbe zum Iheil mit gesättigter 
Kochsalzlösung, und gofs alsdann, mittelst einer Pipette, vorsichtig ver¬ 
dünnte Schwefelsäure von 1.13 Dichte, die mit Lackmus gefärbt war, 
in den einen Schenkel. Sie blieb scharf geschieden von der Kochsalz¬ 
lösung auf derselben schwimmen, und ich setzte nun einerseits die ver¬ 
dünnte Schwefelsäure, andererseits die Kochsalzlösung mit den beiden 
Zuleitungsgefäfsen der Säule in Verbindung durch weite Heberröhren, 
die gleich diesen Gefäfsen mit gesättigter schwefelsaurer Kupferoxyd¬ 
lösung gefüllt, und auf Seiten des Uförmigen Rohres mit Blase über- 
bunden waren. Endlich senkte ich einen der oben beschriebenen Thermo- 
II. 2. 27
        

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