Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über thierische Elektricität, Zweiter Band, Zweite Abtheilung (Zweite Lieferung)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16149/26/
408 3. Abschn. Kap. VIII. §■ V. 3 (ui). Die doppelsinnigen Wirkungen 
wenn er es thäte, würde er doch jene Fläche in gleichem Betrage in 
der einen oder der anderen Richtung durchströmen, so dafs die Summe 
der in jeder Berührungsfläche hinterbleibenden elektromotorischen Wir¬ 
kungen aller Wahrscheinlichkeit nach gleich Null würde. 
Bei Ausführung des Versuches fand ich es indefs bequemer, die 
Querbäusche, die, wie man sich erinnert, eigentlich für die Untersuchung 
von Muskeln und Nerven bestimmt waren (S. oben S. 384), durch eben 
solche balkenförmige Bäusche zu ersetzen, wie sie, mit verschiedenen 
Flüssigkeiten getränkt, zwischen den Querhäuschen dem Strom ausge¬ 
setzt wurden. Zu jedem Versuch wurden also jetzt drei solcher Bäusche, 
mit der nämlichen Flüssigkeit getränkt, angewendet, von denen zwei 
J, A' (S. Fig. 154. Taf. VI) die Zuleitungsbäusche der Säule mit denen 
des Multiplicators verbanden, der dritte aber, B in der Figur, von der 
Mitte des einen A nach der des anderen A’ gebrückt war, so dafs die 
drei Bäusche zusammen die Gestalt eines H bildeten. Die vier Zuleitungs¬ 
bäusche waren natürlich auch hier stets mit den erforderlichen Sicher¬ 
heitsbäuschen versehen. 
Wie man sieht, entspricht diese Anordnung im Wesentlichen ganz 
der ursprünglichen mit den Querbäuschen. Sind die balkenförmigen 
Bäusche, welche, die Schenkel des H’s bildend, die Zuleitungsbäusche 
der Säule und des Multiplicators miteinander verbinden, mit Kochsalz¬ 
lösung getränkt, und der dritte, querüber gelegte Bausch B enthält eine 
andere Flüssigkeit aus der Zahl der oben bereits in den Kreis der Ver¬ 
suche gezogenen, so ist demgemäfs der Erfolg völlig wie bei Anwendung 
der Querbäusche. 
Mit Kochsalzlösung in dem Bausch B ist er also auch hier Null. 
Versuchen wir aber einmal, die Kochsalzlösung in den drei Bäuschen 
A, A’ und B durch einige andere Flüssigkeiten zu ersetzen, um zu sehen, 
ob sich nicht, bei der einen oder anderen, elektromotorische Wirkungen 
kundgeben. Solche Wirkungen werden wir alsdann ohne Zögern als von 
innerer Polarisation herrührend ansprechen dürfen, da der Multipli cator¬ 
kreis, bei seiner Schliefsung nach Oeffnung des Säulenkreises, keine durch¬ 
strömt gewesenen Berührungsstellen ungleichartiger Elektrolyte enthält. 
1. Verdünnte Schwefelsäure. 
2. Gemeine Salpetersäure. 
3. Chlorwasserstoffsäure. 
4. Concentrirte Kalihydratlösung. 
5. Gesättigte Salpeterlösung. 
Auch bei fünf Minuten Schlufs 
der dreifsiggliederigen Grove’- 
schen Säule keine Spur von Wir¬ 
kung. Wird der Bausch ß mit 
gesättigter Kochsalzlösung ge¬ 
tränkt, statt mit derselben Flüs¬ 
sigkeit, die die Bäusche A, A, 
enthalten, so zeigt sich bei den 
drei Säuren eine starke nega¬ 
tive, bei der Kalilauge eine 
starke positive Wirkung.
        

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