Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über thierische Elektricität, Zweiter Band, Zweite Abtheilung (Zweite Lieferung)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16149/118/
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Nachwort. 
Die Schwierigkeit, welche sich hieraus für Durchführung meines 
ursprünglichen Planes ergab, wuchs noch durch den an sich glücklichen 
Umstand, dafs die allgemeine Muskel- und Nervenphysik, auf deren 
Gebiet ich am Anfang der vierziger Jahre fast allein stand, mittlerweile 
theils in meinem Gefolge, theils unabhängig von mir, eine grofse An¬ 
zahl von Bearbeitern fand. Ich brauche nur die Namen Eduard Weber 
und Helmholtz zu nennen, um das Bild der Fortschritte zu erwecken, 
welche dieser Theil der Physiologie kurz vor und nach dem Erscheinen 
der ‘Untersuchungen* machte. Ch. Aebt, J. Bernstein, A. v. Bezold, 
C. Eckhard, W. Engelmann, Ad. Fick, Em. Harless, R. Heidenhain, W. 
Kühne, G. Meissner, H.Munk, Ed. Pflüger, H. Robber, I. Rosenthal und 
noch viele Andere betraten in dichtgedrängter Folge dies lange unbebaute 
Feld, und eine förmliche kleine Disciplin, zu deren Darstellung kaum ein 
tüchtiger Band reichte, entstand da, wo es zur Zeit meiner Vorrede 
noch so wenig und so vereinzelte Thatsachen gab, dafs ich damit mein 
neuntes Kapitel zu füllen gedachte. Hiervon konnte die Rede nicht mehr 
sein. Indem aber jene Arbeiten auf das Mannigfachste mit den meini- 
gen sich ergänzten und in sie eingriffen, auch wohl meine Kritik heraus¬ 
forderten, trugen sie nicht wenig dazu bei, die weitere Mittheilung meiner 
eigenen Ergebnisse in der organischen planmäfsigen Form eines Buches 
zu erschweren. 
Ich schweige von den außerordentlichen Fortschritten, welche seit 
dem Erscheinen der ersten Abschnitte dieses Werkes die Lehre vom 
feineren Bau der Muskeln und Nerven, und der Nervenendigung in den 
Muskeln machte. Besondere Erwähnung verdient aber noch die theo¬ 
retische Untersuchung, durch welche Helmholtz die von mir mit unzu¬ 
länglichen Mitteln versuchte Zurückführung der elektromotorischen Er¬ 
scheinungen an der Oberfläche der Muskeln und Nerven auf innere 
Kräfte richtiger vorzunehmen lehrte, da sich dann ergab, dafs die müh¬ 
samen Erörterungen des dritten Kapitels der Umarbeitung bedurften, und 
dafs die dort gezogenen Schlüsse in Ansehung der schwachen Ströme des 
Längs- und Querschnittes, der gröfseren Kraft längerer und dickerer 
Muskeln und Nerven, der Nichtanwendbarkeit der Compensationsmethode 
auf die thierischen Elektromotore trüglich waren. 
Vollends unausführbar wurde mein Versprechen, im zehnten Ka¬ 
pitel die Lehre von den elektrischen Fischen abzuhandeln, nachdem ich 
selber von 1857 ab, durch Goodsir’s und Bence Jones’ Güte, wieder¬ 
holt in den Besitz lebender Zitterwelse gelangt war. 
Auch die erst später, grofsentheils von Anderen aufgefundenen, 
und dem ursprünglichen Plane fremden Drüsen- und Pflanzenströme hätten 
jetzt noch herangezogen werden müssen, um für die dem vierten Ab-
        

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