Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über thierische Elektricität, Zweiter Band, Zweite Abtheilung (Zweite Lieferung)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16149/114/
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3. Abschn. Kap. VIII. §. V. 5 (xv). Anwendungen 
aufgefafst ist, überhaupt die richtigere sein dürfte, und geeignet scheint, 
einen Anhalt zu bieten zur besseren Beurtheilung der auffallenden elek¬ 
tromotorischen Erscheinungen, die uns die Haut des Menschen gezeigt 
hat, der Ströme wegen ungleichzeitiger Benetzung (S. oben S. 218), der 
Temperaturströme (S. oben S. 206), der Ströme beim Andrücken von 
Bäuschen (S. oben S. 222. 268. 322—331), die alle ihr Entsprechendes 
bei den Metallen haben. Auch die NoBiLi’schen Thonthermoströme, und 
die oben S. 471.472 beschriebenen Thermoströme an Fliefspapierbäuschen 
dürften aus demselben Gesichtspunkte zu betrachten sein, d. h. nicht als 
Thermoströme der Elektrolyte, sondern als solche der metallisch, nicht 
elektrolytisch leitenden Halbleiter, die mit den Elektrolyten getränkt 
sind. Dies ist deshalb wahrscheinlich, weil nach Nobili nur mit Thon, 
nicht mit Kalk, Baryt und Gyps diese scheinbaren Hydrothermoströme 
erhalten werden, während der Elektrolyt beliebig Wasser, Säure oder 
Salzlösung sein kann, ohne dafs der Strom aufhört, in derselben Rich¬ 
tung zu erscheinen (S. oben S. 201). 
(xv) Anwendungen der Lehre von der inneren Polarisation. 
Es ist ein bemerkenswerthes Zusammentreffen, dafs die Bedingungen 
der inneren Polarisation einigermafsen dieselben sind, wie die der von 
Poeeet entdeckten, von Wiedemann genauer untersuchten Fortführung 
der Flüssigkeiten durch den Strom.1 Gleich der inneren Polarisation fin¬ 
det diese Fortführung um so stärker statt, je schlechter der Elektrolyt 
leitet. Unstreitig wird in vielen Fällen, in denen Fortführung sich 
kundgiebt, auch innere Polarisation der porösen Scheidewand stattfinden. 
Doch ist noch nicht beobachtet, dafs der eigenthümliche Widerstand 
der porösen Scheidewand die Fortführung beeinflufst, und die gleiche 
Abhängigkeit vom Widerstand der Flüssigkeit mag somit bedeutungs¬ 
los sein. 
Die innere Polarisirbarkeit der feuchten Gesteine, der Thon-, Lehm- 
und Mergelschichten wird vielleicht nicht aufser Acht gelassen werden 
dürfen bei Betrachtung der Verbreitung von Strömen im Erdreich. 
Wenn ein Baum vom Blitze getroffen wurde, und man könnte ihn, 
was leider nie gelingen wird, gleich darauf am Multiplicator untersuchen, 
so würde man ihn innerlich polarisirt finden in der umgekehrten Rich¬ 
tung des Blitzschlages, dessen Sinn man so erführe) Wäre die von 
Chaeles Maetins aufgestellte Theorie des Zerschlitzens der Baum- 
1 Poögendoefp’s Annalen u. 8. w. 1852. Bd. LXXXVII. S. 348.*
        

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