Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über thierische Elektricität, Zweiter Band, Zweite Abtheilung (Erste Lieferung)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16148/43/
Enthäuten beruht nicht auf dem Zutritt der Luft tu den Musheln. 43 
Ohne erst noch den Versuch mit dem Stickstoffoxydul anzu¬ 
stellen, der der Natur der Dinge nach nun kein Ergehnifs mehr lie¬ 
fern konnte, verfuhr ich jetzt, wie mit den Gasarten, mit der at¬ 
mosphärischen Luft, und mit dem nämlichen unzweideutigen Erfolge. 
Der Strom eines Präparates, welches enthäutet beliebig lange Zeit 
der atmosphärischen Luft ausgesetzt wird, ohne auf die Zuleitungs- 
gefäfse gebracht zu werden, entwickelt sich nicht. Es ist folglich nicht 
die Berührung mit dem Sauerstoff der atmosphärischen Luft, nicht die 
oberflächliche Trocknifs u. d. m., worauf die Entwickelung des Stromes 
beruht. Alle Muthmafsungen der Art, die mich Jahre lang einem 
bösen Traume gleich verfolgt hatten, da durch die Bestätigung dersel¬ 
ben die Bedeutung meiner Untersuchungen gänzlich in Frage gestellt 
gewesen wäre, alle diese Muthmafsungen fanden sich nun mit einem 
Schlage beseitigt. Das Auflegen des Präparates auf die Gefäfse ist 
es, welches den Strom zur Entwickelung bringt, da er erst anfängt, 
sich zu entwickeln, wenn man anfängt, ihn durch Auflegen auf seine 
Entwickelung zu prüfen.1 Ein Ergebnifs welches, wenn auch noch 
selber reich an Dunkelheiten, mindestens schon das für sich hat, mit 
der Wirkung des Quecksilberbades auf die Stromentwickelung einiger- 
mafsen zu stimmen. Die beiden Vorgänge, der des Auflegens auf die 
Zuleitungsgefäfse und der des Untertauchens unter Quecksilber, haben 
dem Anschein nach wenigstens das gemein, dafs in beiden ein leiten¬ 
der Bogen den thierischen Theilen angelegt wird. Freilich wird die 
Folge lehren, dafs dieser Anschein ein ganz trüglicher gewesen sei, 
und dafs die Uebereinstimmung in dem Erfolg beider Behandlungs¬ 
weisen in ganz etwas Anderem seinen Grund habe. 
5. Die Stromentwiekelung an den parelektronomischen Prä¬ 
paraten ist die Folge des zufälligen Benetzens derselben mit 
der Kochsalzlösung der Zuleitungsgefäfse. 
Wir schreiten nun dazu, die Bedingungen der Stromentwickelung 
näher zu ergründen. Es scheint zuvörderst, als könne das Auflegen 
auf die Zuleitungsgefäfse in keiner anderen Weise aufgefafst werden, 
denn als Schliefsen der Präparate zum Kreise. So einfach ist jedoch 
die Sache bei weitem nicht, wie wir sogleich finden werden, wenn 
wir einige Schlufsfolgen aus dieser Voraussetzung auf die Probe des 
Versuches stellen. 
Man findet zwar, dafs, wenn man das Präparat mit Becken und 
1 Zu dieser Einsicht gelangte ich im März 1844.
        

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